Ein Samurai auf Reisen

Review zum Manga Rurouni Kenshin


Was prangert da so provokativ auf meinem neuen Profilbild? Ein - wie ich finde - Meisterwerk des Mangaka Nobuhiro Watsuki. Über diese Aussage mögen sich die Geister scheiden; mir ist von einigen Seiten zu Ohren gekommen, dass die Moralpredigten der Hauptfiguren überzogen wären und teilweise unlogische Konsequenzen hätten, doch das ist wahrscheinlich Ansichtssache. Wir reden hier immerhin nicht vom moralischen Aspekt eines Werkes - der eindeutig sehr ausgeprägt ist, was ihr davon haltet, bleibt euch überlassen - sondern von Kämpfen, Schwertern, Fäusten, Blut und Unrecht in einer revolutionierten Welt und bewegenden Geschichten hinter starken Charakteren.



Ein Samurai auf Reisen

Wir schreiben das Jahre 11 der Meiji Ära (1878). Kenshin Himura ist ein friedlebender Wandersmann, ein Vagabund auf Reisen. Als sein Weg ihn nach Tokyo führt, wird er von der jungen Dojoleiterin Kaoru fälschlicher Weise für einen berüchtigten Massenmörder aus Zeiten des Tokugawa-Shogunats gehalten. Sie verwechselt ihn mit einem Mann namens Battosai, der zur Zeit der Unruhen, viele Menschen tötete, weil er in der nun friedlichen Zeit entgegen des Gesetzes ein Schwert bei sich trägt. Dieser Battosai tötet nun Menschen in Tokyo unter dem Namen des Kamiya Dojos, das Kaoru leitet. Dem will sie natürlich Einhalt gebieten, da diese Untaten zu Unrecht ein schlechtes Licht auf ihre Schule werfen. Als sie den wahren Schuldigen findet und ihm zum Duell fordert, schreitet Kenshin ein und rettet sie. Damit ist es jedoch nicht getan. Wenig später greift Battosai das Dojo und damit Kaoru an wbei ein Komplott gegen sie und ihr Hab und Gut aufgedeckt wird. Er will sie dazu zu zwingen, ihm das Dojo zu verkaufen und wendet dafür alle Mittel an. Doch erneut schreitet Kenshin ein und besiegt den betrügerischen Mann. Dabei offenbahrt er, dass der legendäre Battosai sich nicht des Kamiya Kashin Stils bedient, wie der Mann es von sich behauptet, sondern einer alten Technik namens Hiten Mitsurugi. Er ist Battosai.



Ein berüchtigter Mann

Kaoru interessiert sich nicht für Kenshins Vergangenheit, sondern nur dafür, dass er ihr geholfen hat und bietet ihm an, ihn bei sich aufzunehmen. Damit beginnt die Geschichte und die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen. Viele Leute haben von dem legendären Battosai gehört, der als stärkster aller Kämpfer gilt. Ein Mann mit roten Haaren und einer kreuzförmigen Narbe auf der Wange. Bei solch markanten Merkmalen fällt es nicht schwer ihn zu erkennen. Und viele dieser Leute trachten nach seinem Leben, teils aus persönlichen Gründen, teils um durch seine Ermordung selbst den Titel des Stärksten tragen zu können. Eine Reihe erbitterter Kämpfe sind die Folge. 

Die Geschichte ist in drei Handlungsstränge unterteilt. Das Tokio Kapitel ist der Einstieg und zeigt zunächst einen Kampf mit dem Schlägertypen Sanosuke Sagara, der eine tragische Geschichte mit sich herumträgt - so wie nahezu jede Figur - und es sich nicht verzeihen würde zu verlieren, was er schlussendlich jedoch tut. Da Kenshin ihm die Augen geöffnet hat, schließt er sich der bisher recht kleinen Gruppe an. Auch der junge Yahiko Miyojin, der seine Eltern verlor und zum Diebstahl gezwungen wird, schließt sich an und wird sogar Schüler im Kamiya Dojo. 
Nachdem eine größere kleine Gruppe zustande gekommen ist, beginnt der erste große Kampf gegen einen Drogenbaron und - vorallem - dessen zum Schutz angagierte Ninja Truppe, die Oniwabanshu. Dessen Anführer Aoshi Shinomori ist der Erste, der ganz erpicht darauf ist, für sich und vorallem für seine Kameraden den Titel des Stärksten zu erringen. Der Grund warum Kenshin das alles auf sich nimmt, ist die Ärztin Megumi, die von besagtem Drogenbaron dazu gezwungen wird Opium gegen ihren Willen herzustellen und zu diesem Zweck gefangen gehalten wird.

Im Kyoto Kapitel taucht ein totgeglaubter Samurai der Unruhen wieder auf und will die Macht über Japan an sich reißen. Makoto Shishio ist ein Mann mit einem Ziel, das er um jeden Preis erreichen will. Dafür geht er selbst über Leichen, viele Leichen. Zur Verwirklichung dieses Plans schart er die Juppongatana (Zehn Schwerter) um sich, die als stärkste Kämpfer Japans gelten. Diese Männer stellen sich nun gemeinsam mit Shishio gegen das Regime, einige aus Überzeugung, andere aus Eigennutz. Städte sollen brennen. Menschen sollen sterben. Die Regierung soll stürzen. Und wie sollte es anders sein, bittet die Regierung nun Kenshin um Hilfe. Er soll diesen Wahnsinnigen besiegen und Japan erneut retten.

Abschließend folgt somit das Jinchu Kapitel, das uns einiges über Kenshins Vergangenheit als Samurai, Assassine und Krieger der Unruhen verrät. Auslöser dafür ist ein unreiwilliger Besuch eines Mannes, den Kenshin bereits Zehn Jahre zuvor getroffen hatte. Enishi Yukishiro. Auch er will Kenshins Blut sehen und sein Leid bezeugen. Doch anders als bei vielen anderen sind seine Beweggrnde weder Annerkennung noch Macht. Nein Enishi will Rache. Wofür? Lest selbst.



Eine Starke Geschichte

Niedergeschrieben - und gezeichnet - in 28 Bänden enthält Rurouni Kenshin mehr als nur die hier aufgeführten Eckpunkte der Hauptgeschichte. Der Manga ist gespickt mit vielen kleineren Schicksalen und auch ein paar Alltagssituationen. Viel Moral und Menschlichkeit. Viel Grausamkeit und Hass. Viele Kämpfe. Unterfüttert mit historischen Fakten und Situationen, die einem die Augen öffnen können, ist die Geschichte sogar etwas lehrreich. Was natürlich auch nicht fehlen darf: Eine gesunde Portion Witz. Nicht zu viel und doch genug, damit die Figuren lebendig und echt wirken.
Alles in Allem ist dieser Manga in meinen Augen ein gelungenes Werk und allemal einen Blick wert. Wie bereits angesprochen enthält er tatsächlich ein paar moralische Ansprachen zu viel. Darüber kann man sich natürlich eschaffieren oder man ignoriert sie einfach, wenn sie einen überhaupt stören. Andernfalls kann man sie natürlich auch positiv sehen und seine eigenen Lehren aus ihnen ziehen. Der Mangaka hat sich schließlich auch etwas dabei gedacht.
Der Handlungsverlauf und die gut positionierten Rückblenden bauen genug Spannung auf, ohne dabei die nötigen Verschnaufpausen - für den Leser und die involvierten Charaktere - auszulassen. Auch das stetige auftauchen neuer Haupt- und Nebenfiguren verleiht der Geschichte LÖeben und Glaubwürdigkeit. Man läuft ja nicht Kilometer weit durch Japan, hne dabei auch nur eine Seele zu treffen, die man von früher kennt, deren Schicksal einen berührt oder mit der man einfach so ins Gespräch kommt. Duech Kenshins ausgeprägten Beschüztzerinstinkt kommt dann vorallem das berührte Schicksal ein paar Mal mehr vor.
Review/Rezension zum Manga Rurouni Kenshin

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