mop Geschichtenliebe: Time for Bugfree

Time for Bugfree

Die Gaming Community und die Bugs

Wir erinnern uns noch gut an die Videospiele unserer Kindheit. An die vielen Stunden, die wir vor dem Rechner, Fernseher oder GameBoy verbrachten. An die Wochenenden, die wir früher aufstanden, um von den Eltern unbemerkt die Hoenn Region zu erkunden und ein paar Pokemon zu fangen, ein paar Sterne in Peach'es Schloss zu finden oder uns über Tetris zu ärgern. Und vielleicht erinnern wir uns sogar noch daran, wie verwundert und gleichzeitig stolz wir waren, wenn wir einen Bug im Spiel gefunden haben, der uns sogar noch einen Vorteil verschaffte. 
Letzteres wird immer seltener. Stattdessen werden Bugs, Glitches und unausgereifte Spielmechaniken stetig nervender und immer mehr zur Regel. Die Spieleentwickler scheinen weniger Wert auf die Qualität ihres Spieles zu legen und dabei zunehmend ökonomischer zu denken. Doch was heißt das für den Spieler und die Fangemeinde?

Zu diesem Beitrag bewogen, hat mich ein Artikel von Playnation.de, der die Verschiebung des Releases von No Man's Sky thematisiert. Darin heißt es, das Entwicklerteam habe eine Vielzahl an Mord- und Vergewaltigungsdrohungen erhalten, allein aufgrund der Ernüchterung, die das Verschieben der Veröffentlichung mit sich bringt. Nun. Wer will schon länger warten? Dass diese Entscheidung jedoch nur zum Wohl des Spiels, seiner Qualität und somit auch dem Wohl des Spielers war, scheint dabei wenig bis gar nicht zu interessieren.

Wie viel Wahrheit in diesem Artikel steckt und wie viel davon einfach dramatisiert ist, sei an diesem Punkt mal völlig dahin gestellt. Worum es mir geht, ist weniger dieses eine Fallbeispiel, als der allgemeine und mittlerweile altbekannte Unmut, der in der Luft der Gamingbranche liegt. Viele kennen das: Ein Spiel wird angekündigt, der Trailer ist geil, der Zweite über imba und die ersten Spielszenen hauen einen um. Wozu führt das? MUSS HABEN! WILL SPIELEN! Das schließlich mehr oder minder freudige Ergebnis kennen wohl mindestens genauso viele. Man hat sich gefreut wie ein Schnitzel, das Spiel ist da - natürlich direkt zum Release gekauft oder (noch schlimmer) vorbestellt -, man installiert es, startet es und dann nach ein paar Stunden - oder auch Minuten - Spielzeit die Erkenntnis: Es entspricht nicht einmal ansatzweise den Erwartungen. 
Die Erwartungen, die durch übertriebenes Marketing und pompöse (teilweise unrealistische - siehe PokemonGo) Trailer geschürt werden, sind oftmals zu hoch, als dass sie noch erfüllt werden können. Stattdessen werden aus einigen Ecken auch noch unfertige, verbugte und lieblos hingerotzte Titel in den Verkauf geschmissen, die nach nur wenigen Stunden Verfügbarkeit bereits nachgepatcht werden (müssen). Nicht zuletzt bei Fortsetzungen bekannter Reihen wie Assassins Creed oder GTA ist mir dieses Phänomen aufgefallen, das doch sehr auf stark kommerzielle Absichten schließen lässt. Was heute zählt, scheint das schnelle Geld, das sich am einfachsten mit altbekannten Franchises machen lässt. Produziere Fortsetzung Nummer 5, 6 und 7 und du bist fein raus. Der Verbraucher wirds schon kaufen, ist schließlich ein Fan. 

Die Gaming Community und die Bugs
Diese Denkweise breitet sich mehr und mehr aus. Wir als Spieler ärgern uns über fehlerhafte Spiele, ohne Liebe zum Detail oder der Geschichte. Zumindest die meisten von uns. Da stellt sich mir doch die Frage: Warum einen Entwickler verurteilen, der das genaue Gegenteil tut? Lieber warte ich ein halbes Jahr länger auf ein unglaubliches Spiel, als sofort einen ollen Lappen hingeklatscht zu bekommen. Entwickler die mit Herz und Seele bei ihrem Spiel sind, es so perfekt wie möglich auf den Markt bringen möchten und dabei auf das Verständnis der Fangemeinde - der Gamergemeinschaft - bauen, verdienen sich zumindest meinen vollsten Respekt. Und jeder der sich heute darüber ärgert, dass ein Release verschoben wurde, sollte sich zuerst fragen, warum das wohl passiert ist und ob es die Mehrzeit nicht doch tatsächlich wert ist, schließlich ein tolles Spiel zu erhalten.
An dieser Stelle möchte ich eigentlich nur noch eines sagen: Danke! Danke an alle Publisher und Entwickler Teams, die sich größte Mühe geben, geniale Spieletitel abzuliefern und dafür mehr Produktionszeit und Terminverschiebungen in Kauf nehmen. Mein Verständnis und meine Unterstützung sind euch sicher.

Headerbildquelle: Screenshot Playnation.de

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