Warum ich "The Mentalist" nie zu Ende gesehen habe

The Mentalist Patrick Jane Review

Achtung, Spoiler!
Das Ende des Haupthandlungsstranges, sowie die Identität von Red John werden in diesem Beitrag verraten. Wer die Serie noch nicht (bis zum Ende) kennt, sollte vielleicht nicht weiterlesen.


Wir haben eine Lisbon, die sich als kleiner Revierchief mit der Frage auseinandersetzen muss, welche Art Tacker für das Revier gekauft werden soll. Und wir haben einen Jane, der sie gegen ihren Willen da raus holt und dafür sorgt, dass beide FBI Agents werden. Ein Einstieg in die finale Staffel, den ich mir so nicht gewünscht habe. 
Gehen wir ein Stück weiter zurück. Red John. Tot. Ermordet. Durch Janes bloße Hand. Das wiederum ist eine Wendung, mit der ich gerechnet hatte. Sie war abzusehen. Jedoch unspektakulär. So unbefriedigend, wie das Erreichen des Ziels eines Vorhabens nur sein kann. Wenn jemand zu Jane sagt (und es ist ja nicht so, dass das nicht passiert wäre): "Red John zu töten, bringt dir weder deine Frau noch deine Tochter zurück, es hilft dir nicht.", dann hat er damit genau den Kern und das ernüchternde Gefühl dieser Szene auf den Punkt getroffen. Ich meine, ganz ehrlich, Jane rennt Red John hinterher wie ein Wahnsinniger, überrumpelt ihn an einem Seeufer im Park und erwürgt ihn mitten in der Stadt, im Gras kniend. Ich hatte mir von diesem Moment allein emotional so viel mehr erhofft. Und es würde mich nicht wundern, wenn genau dieses Gefühl sogar bewusst erzielt werden sollte - und der Effekt ist nicht abzustreiten -, um dem Zuschauer nahezulegen, wie wenig befriedigend und befreiend es ist. Wie sich Jane in diesem Moment fühlt. 
Noch einen Schritt zurück. Jane hat eine beträchtliche Liste an möglichen Verdächtigen abgearbeitet, ausgewertet und analysiert. Dabei raus kam eine Hand voll potenzieller Red Johns, die er alle an einem Ort versammelt bekommen hat, um herauszufinden, wer es ist. Um eine endgültige Gewissheit zu erlangen. Und ich bin enttäuscht. Sheriff McAllister. Ich bin wirklich enttäuscht, dass es McAllister ist. Dass es nicht Stiles ist, nicht Bertram ist. Nein es ist McAllister. Und dann wiederum ist seine Unscheinbarkeit perfekt, fast schon brilliant. Augenscheinlich eine kleine Nebenrolle, nicht weiter von Belang und doch durch die Staffeln hinweg präsent. Ich muss zugeben, ich war erstaunt, dass Jane ihn so hoch mit auf die Liste gesetzt hatte. Wahrscheinlich wäre ich nicht darauf gekommen. Und über dieses Ende komme ich mit mir nicht ganz ins Reine, dennoch ist ein schönes, ein gutes, ein passendes Ende, an dem ich nichts ändern würde. 

Und genau da liegt der Punkt. Red Johns Tod war für mich das Ende der Serie, das Ende von Jane's Geschichte, das Ende einer Hatz, das Ende des Mitfieberns. Danach hätte nichts mehr kommen sollen. Und doch ging es weiter. 
Ich kann nicht objektiv beurteilen, ob die letzte Staffel nun gut, schlecht, grausam oder irgendwas dazwischen ist, da ich sie schlichtweg nicht mehr sehen wollte, nicht gesehen habe. Ich will nicht wissen, wie es im FBI weitergeht, weil ich keinen sinnvollen und harmonischen Abschluss der Serie darin sehe. 
Diese Fortsetzung fühlt sich für mich erzwungen an, wie Geldmache, Kommerzialisierung. Irgendwie aus einem funktionierenden Konzept noch einen letzten kläglichen Rest Profit herauspressen (wobei ich mir tatsächlich einen erschöpften Kuheuter oder eine Packung Ketchup, Zahnpasta vorstelle). Das hat mir unendlich weh getan. Also habe ich es bei der Südsee belassen. (Staffel 7 Folge 1 war meine Letzte.)

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