mop Geschichtenliebe: Ein Wort an euch Blogger

Ein Wort an euch Blogger

Blog Lifestyle Katze

Langsam fange ich an, mir Gedanken darüber zu machen, was bloggen eigentlich ist. Irgendwann hat mal jemand damit angefangen, sein Leben in einem digitalen Tagebuch im Netz niederzuschreiben. Zu erzählen, was tolles und schreckliches bei ihm passiert. Über sich selbst, die eigenen Ängste, Wünsche, Träume und Hoffnungen zu sprechen.
Und irgendwann hat sich jemand gedacht, man könnte doch nicht nur über sich selbst schreiben, sondern auch über Themen, die andere bewegen. Nicht zuletzt weil jemand begann, um seine Privatssphäre zu bangen. Also kamen Blogs zu gesellschaftsfähigen oder Gruppen bedienenden Themen auf, darunter Mode und Lifestyle, aber auch Musik, Film, Bücherblogs, Nerdkram, Blogs die sich mit dem Reisen oder der Ernährung beschäfgtigen, das Einrichten einer gemütlichen Wohnnung oder das Leben als Eltern. Themen die jeder irgendwoher kannte.
Einige Blogs wurden dadurch weniger Personen bezogen, aber nicht zwingend weniger persönlich. Man erzählt vielleicht nicht mehr von seinem Leben und was gerade so passiert. Stattdessen erzählt man von seinen Leidenschaften oder einem speziellen Bereich seines Lebens.

Blog Lifestyle Katze
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Warum komme ich jetzt auf dieses Thema? Um das zu beantworten, sollten wir uns vielleicht erst einmal fragen, warum ich selbst überhaupt blogge. Wir machen das schließlich alle aus einem bestimmten Grund. Jeder aus einem anderen, aber jeden von uns treibt etwas an. Was ist es für mich?
Angefangen habe ich damit, eine Plattform für meine selbstgeschriebenen Geschichten zu suchen, da in meinem persönlichen Umfeld kaum bis gar kein Interesse für fiktive Geschichten oder das Lesen im Allgemeinen bestand. Ich wollte dass jemand las, was ich schrieb.
Irgendwann habe ich dann angefangen, mich auf dem Blog ebenfalls mit Themen zu beschäftigen, die mich bewegen. Die Themen die heute vorherrschen. Ich wollte - und will immer noch - meine Leidenschaft mit Gleichgesinnten teilen, meine Meinung dazu herausschreien, vor allem aber Spaß daran haben. Ich liebe es zu schreiben und ich liebe das Gefühl, wenn unter meinen Fingern ein Text entsteht und zum Leben erwacht. Natürlich möchte ich gerne auf euch eingehen und Inhalte bringen, die euch interessieren. Aber vornehmlich blogge ich für mich.

Blog Lifestyle Katze
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Und nun stellt sich mir die Frage: Wofür bloggt ihr? All ihr Blogger da draußen, was treibt euch an und was hat euch zu dieser Entscheidung gebracht?
Unter Buchbloggern kam mit der Frankfurter Buchmesse eine erneute Debatte über Monetarisierung auf. Natürlich kann ich verstehen, dass man eine Chance wittert, mit seinem Hobby "Blog" ein kleines Zubrot zu verdienen - dem wäre ich sicher auch nicht abgeneigt. Doch je größer und lauter der Schrei nach einer Art Vergütung für "freischaffende Journalisten", im Sinne von Bloggern die PR Arbeit für die Verlage machen, wird, desto mehr stelle ich mir die Frage nach dem "Warum?".
Habt ihr angefangen zu bloggen, um Geld daraus schöpfen zu können oder wittert ihr nur langsam den Braten? Auf der einen Seite nach Individualität und Meinungs- und Schaffensfreiheit rufen, Unabhängig, auf der anderen Seite aber mit Journalisten gleichziehen wollen, die an gewisse Normen gebunden sind. Es passt nicht zusammen. Zumindest bekomme ich es nicht in meinen Schädel.
Ich bin weder ein Gegner noch strikter Befürworter von Monetarisierung. Nur denke ich, dass es andere, bessere Wege gibt, als diesen. Wege die mich nicht am Bloggen selbst zweifeln lassen.

Blog Lifestyle Katze
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Ein anderes Phänomen das ich mittlerweile zu oft beobachte, herrscht vor allem unter Fashion- und Lifestylebloggern vor. Die Selbstverwirklichung und Selbstdarstellung. Ich spreche hier von Menschen, von Blogs, die kein digitales Tagebuch darstellen und sich nicht mit dem Leben des Schreibers beschäftigen. Sie befassen sich, ebenso wie Buchblogs oder Nerdblogs, mit einer Leidenschaft des Schreibers: Mode oder Lifestyle (sprich Wohnen, Reisen, Essen, Leben. Jedoch im Allgemeinen).
Auf diesen Blogs beobachte ich wahnsinnig oft, die Tendenz Selbstportaits in Artikel einzubinden. Es ist verständlich und logisch, dass ein paar beispielhafte Photos nötig sind, wenn man über sein Herbstoutfit oder den perfekten Partylook spricht. Doch wenn es dann um Generation Y oder Tipps für erfolgreiches Bloggen und mehr Reichweite geht oder gar ein Fragen TAG zu Disneyfilmen mit Urlaubs-Outfitphotos unterlegt wird, verstehe ich den Zusammenhang zum Selbstportait nicht. Besonders exemplarisch finde ich diesen Beitrag zum Thema Luxusprobleme, der trotzallem mit Beautyshots vollgepackt wurde - die für mich ein Sinnbild von Luxus(problemen) sind. Und wir sprechen hier nicht von ein zwei Bildern. Nach jedem Absatz reihen sich vier bis acht Photos nahtlos aneinander, bevor dann weiter über Querverlinkung zwischen Beiträgen gesprochen wird.
Die Themen bei denen mir das auffällt sind vielseitig und breit gefächert. Meist geht es um Bloggertipps, (gesellschafts)kritische Themen oder Standpunkte zu aktuellem Geschehen. Abgesehen von Fashion und Outfitvorstellungen dreht es sich jedoch kaum bis nie um die Person, die im Bild zu sehen ist.
Da stelle ich mir als Leser und Blogger doch wieder die Frage: Wofür bloggst du? Was ist deine Intention, was willst du damit erreichen? Bringt es mehr oder besseres Feedback, mehr Klicks und Leser, wenn man schöne Bilder von sich einbindet? Diese Menschen sind ja meist auch noch gutaussehend. Oder ist der Blog ein Mittel zum Zweck, um sich selbst darzustellen, Feedback und Bestätigung zu bekommen?
Falls jemand von euch einen solchen Blog betreibt, schreibt mir gerne in die Kommentare, denn das interessiert mich wirklich. In keinem der beiden Fälle möchte ich die Qualität der Artikel herunter spielen, denn die sind meist gut geschrieben, oft gut durchdacht, regen zum Nachdenken an oder enthalten tatsächlich hilfreiche Tipps! Fühlt euch, falls ihr von meinen Worten betroffen seid, bitte nicht angegriffen in eurem literarischen Tun, denn darum geht es mir nicht. Die Artikel sind es nicht, an denen ich mich störe. Es ist deren Aufmachung. Und ja, mir ist bewusst, dass das wieder Jammern auf hohem Niveau ist, ein Luxusproblem vielleicht, aber ich habe wenig Verständnis dafür und möchte das gerne erlangen.

Blog Lifestyle Katze
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Wer sich an dieser Stelle fragt, was die ganzen Katzenbilder sollen, möge hiermit aufgeklärt werden. Das hat zwei Gründe. Zum Einen wollte ich sehen, wie ihr bei mir auf einen Haufen zusammenhangloser Photos reagiert, die nicht zum Thema passen. Zum Anderen bin ich gerade ernsthaft zu faul, für schicke Bilder von mir zu sorgen, die den Stil eines eben angesprochenen Beitrags wiedergeben und nutze daher die Gelegenheit, meiner letzten Sommer verstorbenen Katze eine kleine Bühne zu geben.
Was mir dabei wiederum beim Korrigieren gerade (etwas negativ) auffällt, ist dass ich mehr Zeit darauf verschwende, mir Gedanken über die Positionierung der Bilder zu machen, denn um die Richtigkeit des Textes. Und der Text in seiner Gesamtheit sollte doch eigentlich sowohl für mich als auch euch als Leser das Hauptaugenmerk sein, oder nicht? Die Bilder sind lediglich aus ästethischen und Veranschaulichungsgründen da.

Blog Lifestyle KatzeBlog Lifestyle Katze
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Kommentare:

  1. Hey,
    ich will mal meinen Senf dazu beitragen. :D
    Es gibt ja Blogger die davon leben, von ihrem Blog und hauptberuflich Blogger sind. Kenne da einige die das machen und anscheinend läuft es auch ganz gut. Es gibt ja auch viele Unternehmen die einen Blog leiten, um damit Kunden anzuwerben. Das hat auch einen bestimmten Grund, weil für die Suchmaschinenoptimierung ein Blog eine Goldgrube ist.

    Aber gut.

    Wieso Blogge ich? Hatte glaube ich auch Mal nen Beitrag darüber geschrieben, bin mir aber nicht sicher.

    Bei mir hat das alles irgendwann 2005 oder 2006 angefangen. Damals noch war das alles eher privat, nur bestimmte Personen hatten Zugriff auf die Texte. Irgendwann kam dann die Zeit wo ich den Blog mit einer Informationsseite zusammenführte. Da schrieb ich nicht mehr viel privates, sondern beschränkte mich auf ein oder zwei Themen.

    Mittlerweile schreibe ich über mehr Themen, als nur ein oder zwei. Bin der Meinung man sollte darüber schreiben worauf man gerade Lust hat und ich interessiere mich halt nicht nur für Bücher oder Videospiele.

    Wieso ich angefangen habe zu Bloggen?

    Ich liebe meine Hobbys, genau so sehr liebe ich es darüber zu diskutieren und auch darüber zu schreiben, meine Erfahrungen zu teilen, mich auszutauschen. Einfach zu Schreiben macht mir schon viel Spaß und dann noch über Themen die man liebt? Besser geht es doch nicht!

    Aber ja, ich habe auch ein Ziel - möchte so viele Menschen erreichen wie es nur geht, mit meinen Beiträgen. Jeder möchte ja das der Blog bekannt wird, ist ja auch nichts schlimmes. Ich gebe auch zu das ich Werbung auf meinem Blog geschaltet habe, aber auch nur weil ich halt die Serverkosten decken möchte, welche ich monatlich zahlen muss. Eventuell kann ich auch ein Teil der Kosten für die Programme damit bezahlen. :D Aber das nur so nebenbei. ^^

    Habe auch einen anderen Blog, mit dem ich schon eher Versuche meine Selbstständigkeit aufzubauen. Wobei ich hier vermutlich eher weniger mit den Blog-Artikeln Geld einnehme, sondern eher mit den Dienstleistungen die ich anbiete. ^^

    Aber gut, Bloggen bleibt für mich ein Hobby, es sollte meiner Meinung nach auch Spaß machen, daher würde ich auch nie auf die Idee kommen allein nur durch meinen Blog zu leben, den Stress will ich beim Schreiben nicht haben. :D

    LG
    Dennis

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  2. Meine in Anführungsstrichen "Kritik" richtete sich aber auch eher an Blogs, die nicht (offensichtlich) kommerziell betrieben werden. Die Beispiele die ich angeführt habe und auch andere nicht verlinkte Blogs wirken auf mich eher, wie Hobby betriebene Seiten.

    Wow, du bloggst ja schon ziemlich lange, Respekt! Dagegen sind meine 3 Jahre gar nichts :D Ich finde es aber sehr spannend zu hören, wie sich dein Blog, deine Intension und deine Themen mit der Zeit gewandelt haben.

    Werbung zu schalten, finde ich vollkommen in Ordnung. Jeder Blogger weiß, wie viel Mühe, Zeit und Aufwand (und teilweise eben auch Geld) man in so eine Seite investiert. Da ist es vollkommen verständlich, dass man nichts gegen ein kleines Zubrot durch den Blog einzuwenden hat. Ich habe selbst auch nur deswegen keine Werbung geschalten, weil sie die Optik über meine Schmerzgrenze hinaus zerstören würde :'D

    Danke für deinen ausführlichen Kommentar!

    LG zurück,
    Meg

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