mop Geschichtenliebe: Der etwas andere Ermittler

Der etwas andere Ermittler

Review Mentalist


Ich habe mich schon lange satt gesehen an den immer gleichen Krmi-Ermittler-Bösewichte-Jagen Serien. Es gibt mittlerweile zu viele davon. Viel zu viele. Und unterscheiden wollen sie sich lediglich in der Geschichte hinter den Aktören und deren sozialen Bindungen. Einige davon sind schlecht oder einfach nicht mein Fall, einige sind akzeptabel und nur sehr wenige sehe ich mir wirklich gerne an. Eine davon ist "Navy CIS", weil die Figuren einen gewissen Charme haben und durch ihre Art und ihre Interessen eine angenehm warme Sympathie ausstrahlen. Eine andere ist "The Mentalist".


Ein Außenseiter mischt bei Ermittlungen mit

Patrick Jane ist kein Ermittler. Patrick Jane gehört noch nicht einmal irgendeiner Behörde an. Er ist Schausteller, Illusionist, ein Mentalist. Er ist ein Betrüger. Und doch sieht man ihn von Folge zu Folge hüpfen und irgendwelche grausamen Tatorte inspizieren mit seiner liebenswert chaostischen Art, die einfach so gar nicht in das Ploizeiermittlungsbild passt.

Der Hintergrund dieses so abwegigen Umstandes ist hingegen ganz und gar nicht lustig. Patrick hilft der örtlichen Behörde, dem CBI (California Bureau of Investigation) dabei einen gefährlichen Massenmörder zu schnappen. Ein Mörder mit Hirn, einem Plan, strikten Vorgehensweisen; ein Mörder, der sich nicht schnappen lässt; ein Mörder mit Stil. An jedem Tatort findet sich ein mit dem Blut des Opfers gemalter lächelnder Smiley an der Wand. Red John.
Und dieser Mann ist der Grund für Patricks eifrige Mitarbeit in den Untersuchungen und Ermittlungen. Denn er sinnt nach Rache. Eines Abends fand Patrick seine Frau und Tochter ermordet in deren Betten vor. An der Wand ein blutiger Smiley. Seit dem hat er nahezu alles über Red John in Erfahrung gebracht. Er kennt das Muster und die Vorgehensweisen dieses Mannes besser als jeder andere.

Diese Geschichte und der Ehrgeiz mit dem Patrick sich selbiger hingibt, machen sehr viel Charme aus, der der Serie das gewisse Etwas verleiht. Doch nicht nur die dunklen Seiten der Geschichte tragen ihren Teil dazu bei. 



"Und der ist Polizist?"
"Berater, ich bin Berater."

Ganz Recht, Jane ist im CBI als Berater tätig. Er hat also keiner Befugnisse und keinerlei Recht etwas zu bestimmen. Und doch nimmt er sich immer wieder genau dieses Recht heraus. Der Satz "Sie können gehen" gegenüber eines Zeugen oder Verdächtigen versetzt seine Vorgesetzte Theresa Lisbon ebenso in Rage, wie uns Zuschauer ins Schmunzeln.
Seine Art einen Tatort zu betrachten und nur durch das Beobachten und - ja ganz recht - Schnüffeln an einem Opfer, ist er im Stande, dessen sozialen Hintergrund und familiären Beziehungen zu erläutern. Die medialen Fähigkeiten und Beobachtungsgabe, die er sich über Jahre angeeignet hat, lassen ihn so manchen Fall lösen. Und in so manchem Moment sitzt man nur noch vor dem Fernseher und hält sich den Bauch vor Lachen. Nicht zuletzt durch Patricks offene unverblümte Art und seinen völlig abwegigen Humor. 

Alles in Allem erhält die Serie ihre Spannung durch die atemberaubende Jagd nach Red John und den Brotkrumen, die Jane dabei Stück für Stück aufsammelt, sowie dessen unvergleichlichen Charme und Witz, den manch einer ganz und gar nicht als solchen empfinden mag; wie Lisbon zum Beispiel. Und doch kann ihm niemand ernsthaft böse sein.

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