Junge oder Mädchen?

Review Ouran High

Die Frage ob Junge oder Mädchen sorgt im Anime - und auch Manga - Ouran High School Host Club mehr als nur ein paar mal für ordentlich Verwirrung. Allerdings weniger beim Betrachter denn den Figuren selbst. Denn Haruhi die ein Stipendium an der renomierten Ouran High School ergattert hat, sieht mit ihrem Streber-Nerd Look burschikoser aus, als sie es tatsächlich ist. Dass sie dann auch noch dem Host Club der Schule beitreten muss, um ihre Schulden dort zu begleichen, macht das Chaos perfekt.

Die Ouran High ist eine hochqualifizierte Schule, für hochqualifizierte und vorallem betuchte Schüler. Man bekommt dort nur einen Platz, wenn man viel Geld springen lässt oder eines der heiß begehrten Stipendien ergattert. So auch Haruhi, die mehr orientierungslos und verbittert durch die Gänge und Hallen des pompösen Gebäudes streift, auf der Suche nach einem ruhigen Ort zum lernen, an diesem ihren ersten Schultag. Als sie dann noch unbedarft eine teure Vase zerbricht, hat der Host Club der Oran High ein Opfer gefunden. Fortan muss sie als Host in der AG mitarbeiten, um ihre Schulden zu begleichen.
Ein Mädchen als Host? Ja! Haruhi sieht mit ihren kurzen Haaren und dem noch etwas kindlichen Gesicht einem Jungen zum Verwechseln ähnlich und wird von den AG Mitgliedern daher zu Beginn auch nur als solcher erkannt. Für den Rest der Schule ist sie nun nur noch der Junge Haruhi, der das neue Mitglied des Host Clubs bildet. Ihr wahres Geschlecht bleibt ein streng gehütetes Geheimnis - immerhin muss sie ja ihre Schuld abarbeiten und das geht nur als Junge.

Review Ouran High


Ich wage zu behaupten, dass der Anime zu 85% aus Witz und Charme und zu den restlichen 15% aus Romantik besteht. Die situative Komik die jedes Mal entsteht, wenn es um Haruhis Geschlecht geht und die Art wie der Kopf der AG um sie wirbt, sind mit so viel liebevollem Charme verpackt, dass man es nur gut finden kann. Zwar ist alles sehr überspitzt und theatralisiert dargestellt, doch das finde ich, macht erst den eigentlichen Reiz aus. 
Auch die Charaktere sind liebevoll gestaltet und in ihrer Person so unterschiedlich, dass eine erfrischend bunt gemischte Truppe aus Chaoten und Sonderlingen entsteht. Jede Figur ist anders und vielleicht auch ein wenig - und dabei sehr übertrieben - in stereotypische Formen gepresst, die sich im Geheimen über die Mary Sues des Animeins Fäustchen lachen. So ist z.B. Honey-chan ein niedlicher kleiner Junge, der übertrieben kindlich und vorallem kindisch ist, Torte liebt, immer seinen Hasen dabei hat und in seiner Gesamtheit das typische "Oh guck mal, wie süß der ist!" verkörpert. Sowie die Zwillinge nie einzeln anzutreffen sind, stets das gleiche sagen oder den Satz des anderen beenden und im Laufe der Geschichte sogar noch in eine etwas klischeehafte "Ich will anders sein als mein Bruder"-Phase verfallen.   

Ich habe den Anime gesehen, geliebt und gesuchtet. Er hat für mich einfach unheimlich viel Witz und Charme, der liebevoll verpackt ist und dabei sogar noch mit ernster Story aufwarten kann. Außerdem hat er keine Komik, die in mir einen Zwang von Fremdschämen und unbedingt-umschalten-müssen auslöst. Stattdessen berührt er mich sogar emotional. 
Den Manga habe ich ebenfalls angelesen, jedoch nicht beendet und auch nicht in den Blog aufgenommen, weil er eine ganz andere Atmosphäre verbreitet, die dem meines Erachtens gar nicht gerecht wird. Was vielleicht auch daran liegt, dass ich mit den Anime begonnen hatte. Da der aber wundervoll visualisiert und vertont ist (ich gehe von der japanischen Originalsynchro aus) und mit unverblümtem Euphemismus aufwartet, konnte der Manga mich einfach nicht mehr überzeugen. 

Bildquelle: http://www.hulu.com/ouran-high-school-host-club

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen