mop Geschichtenliebe: AngelesenWie Motten ins Licht

Angelesen
Wie Motten ins Licht

Rezension/Review zum Manga Hiniiru (Tokyopop)

In letzter Zeit verfolge ich die Manganeuerscheinungen der Verlage wieder deutlich intensiver, als ich es noch vor ein paar Monaten getan habe. Dabei fällt mir immer wieder der ein oder andere ins Auge, der mich allein durch Titel oder Cover so überzeugt, dass ich ihn mir näher ansehen möchte. Hiniiru - Wie Motten ins Licht aus dem Hause Tokyopop hat das letztendlich noch auf die Spitze getrieben. Der Manga erschien am Donnerstag und ich habe längst vergessen, wie lange ich dem entgegengesehnt habe. Mittwoch Nachmittag stand ich dann endlich im Buchladen, um ihn mir zu kaufen. Ja. Blöd. Stattdessen habe ich ihn mir reservieren lassen und mein Freund war so gütig ihn schließlich für mich abzuholen. Viel Aufwand für einen einzigen Manga, den ich normal nicht betreibe. Und wofür? Ein Exemplar von dem ich noch nicht einmal wusste, worum es überhaupt geht, bis ich die Seiten aufschlug
Hiniiru war quasi ein Blindkauf, mein bisher erster und einziger. Es kommt selten vor, dass ich mir etwas kaufe, ohne mich vorher genaustens darüber informiert zu haben. Doch was hat mich hier plötzlich dazu bewegt? Die Antwort ist so banal, wie sie simpel. Das Cover. Ich hatte das Cover gesehen und mir schoß direkt ein Gedanke in den Kopf: "Der Kerl sieht aus, wie fucking Ganta Igarashi! bfhshgnjhdgud *^* Muss haben!" Die Freude, dass der Zeichner von Deadman Wonderland erneut zur Feder gegriffen hatte, verflog schnell, als ich den Namen unter Zwillingsgantas Freundin sah. Yuichi Kato. Nie gehört. Aber dass sein Stil so sehr dem von Kazuma Kondo, dem Mangaka von Deadman Wonderland, glich, war und ist für mich ein großer großer grooooßer Pluspunkt. Mit diesem Stil verbinde ich viele spannende und aufrührende Szenen. Und meine Erwartungen werden mit Hiniiru nicht entäuscht.

Vor Zehn Jahren tauchte eine gigantische schwarze Kugel über dem Himmel der Stadt auf, die den kompletten Ort in Schutt und Asche legte. Dann wurde es still und das große Nichts existierte einfach weiter. Die Stadt wurde wieder aufgebaut und man lebte weiter wie zuvor, ohne Zwischenfälle. Dann aber plötzlich, nach zehn Jahren Ruhe, schießen kleinere Kugel aus dem Nichts, zerstören alles auf ihrem Weg befindliche und fressen Menschen, die kurz darauf als Monster zurückkehren. Kagero muss dabei schmerzerfüllt mitansehen, wie Momoji, die ihn bereits zum zweiten Mal mit ihrem Leben beschützen will, von einer solchen Kugel verschlungen wird. Als die Monster sich dann auf ihn stürzen wollen, erhebt sie sich wieder in ihrer menschlichen Gestalt und schützt ihn. Doch so menschlich ist sie dann gar nicht mehr.

Review zum Manga Hiniiru


Die Geschichte wirkt erstmal recht klischeebehaftet. Kagero und Momoji sind befreundet, seit sie denken können, unternehmen alles zusammen und - wer hätte es gedacht ...Shiro *hust*.. - Momoji ist die Stärkere von beiden und beschützt ihren Freund vor allen Gefahren des Alltags. Und eben auch im Angesicht des Todes, was sie ihr Leben kostet. Da die Protagonisten aber besonders sind, wird sie nicht zum Monster wie alle anderen. Sie verwandelt sich zwar in einen Dross, wie man diese Wesen nennt, behält aber ihren menschlichen Körper, ihr Gedächtnis und sogar das Talent zu sprechen. Alles Vorzüge die gewöhnliche Dross nicht genießen. Sie ist also anders. Doch inwiefern anders? Und warum?
Wie es kommen muss, taucht dann auch noch eine Spezialeinheit auf, die sich auf die Untersuchung und Vernichtung von Dross spezialisiert hat und Momoji mit sich schleppt. Kagero der seine rechte Hand durch die monströse Kugel, die seine Freundin verschlang, verloren hatte, wurde zurückgelassen. Er ist nicht in der Lage sich zu bewegen, da die Hand die ihm anstattdessen nachgewachsen war, über ungeheure Kräfte verfügt, die ihn aber sehr schwach machen.

Das ist an sich erstmal nicht besonders innovativ. Die Figuren, auch Momoji als Dross, erinnern optisch stark an Deadman Wonderland Charaktere und Kagero selbst hat sogar etwas von der fest entschlossenen Naivität, die man an Ganta beobachten kann. Auch das Monster-Weltuntergangsszenario mit einer Spezialeinheit hat man bereits gesehen. Und die Dross selbst erinnern mit ihrem Körperbau etwas an Ajin. Alles in Allem ein bunt gemischter Haufen Dinge, die einem irgendwoher bekannt vorkommen. Das tut der Geschichte, vorallem der Action aber faszinierender Weise keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil musste ich sogar ein wenig Schmunzeln, als Momoji aus ihrem Gefängnis ausbrach und dabei die halbe Einrichtung zerstörte, so wie schon Lucy es getan hatte (Wer Elfen Lied nicht kennt, sollte das schnellstens nachholen).

Es fällt recht leicht Hiniiru mit anderen Manga/Anime zu vergleichen, da er eine regelrechte Steilvorlage dazu bietet. Dabei kann ich jedoch auch den eigenen Wert des Werkes nicht unterschlagen. Es dauerte nur einen Teil des ersten Bandes lang, um mich in die Protagonisten Kagero und Momoji zu verlieben, die Tragik Momojis "Tod" mich berühren zu lassen und die Spezialeinheit äußerst suspekt zu finden. Die Geschichte wird gerade durch ihre Charaktere sehr liebenswert - und das nicht unbedingt im verniedlichenden Sinne. Außerdem kann sie mit einer Menge actiongeladener Action aufwarten, die nicht einfach nur plump in die Szenarien reingeworfen, sondern mit Spannung rund gemacht wird. Ich für meinen Teil freue mich schon riesig auf die Fortsetzung und werde auf jeden Fall weiterlesen.


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Update / 21.06.2016 / Band 2
 
Review zum Manga Hiniiru

Achtung Spoiler!
(Auch zu Deadman Wonderland)

Meine anfängliche Euphorie zu Hiniiru hat sich mit dem zweiten Band tatsächlich etwas gemildert, was unter anderem auch daran liegen mag, dass ich ihn zu einem trübsinnigen Zeitpunkt gelesen habe. Nichts desto trotz gibt es etwas, das allmählich anfängt mich zu stören. Waren die Parallelen zu Deadman Wonderland anfangs noch der Grund, weshalb ich Hiniiru lesen wollte, so beginnen sie jetzt - in meinen Augen - etwas lästig oder zumindest zu provokativ deutlich zu werden. 
Ich erkenne erschreckende Parallelen zwischen Kagero und Ganta, die mir persönlich nun zu viel werden. Die Geschichten der beiden Manga sind im Grunde sehr unterschiedlich und ich bin mir noch nicht sicher, ob gerade das der Grund ist, warum diese vielfältige Detailüberschneidung nicht sein sollte, oder ob das vielleicht sogar ein Argument dafür sein könnte.
Wovon ich rede, ist zum Einen die naive Einfältigkeit die sich die beiden teilen. Das, die Freunde um jeden Preis schützen wollen und wenn es den eigenen Tod bedeutet. Das, seine eigenen Stärken und Schwächen falsch einschätzen. Das, blindlings mit dem Kopf durch die Wand ohne zu überlegen, hauptsache irgendwie handeln, weil rumsitzen - geschweige denn darüber nachdenken, was sinnvoll wäre - geht ja nicht. Das ist etwas, das mich an Ganta bereits ein wenig genervt hat, worüber ich aber hinweg sehen konnte. Bei Kagero stelle ich mir nun aber langsam die Frage, ob er nicht ein gewollter Ganta-Zwilling/Doppelgänger ist; ob der Mangaka vielleicht ein Fan (oder Antifan) von DW sein könnte und mit dieser Figur etwas bezwecken möchte. Ob er eine kleine Fanfictionfigur in sein eigenes Werk einbaut oder es vielleicht besser machen möchte. Oder ob es einfach nur Zufall ist. Dann aber fällt mir auf, dass auch die Kräfte der Deadman und der Ember sehr ähnlich sind - was fast schon wieder zu viel Zufall wäre:
  • Die Deadman nutzen ihr eigenes Blut und können durch Erschöpfung an Blutarmut sterben / Die Ember nutzen ihre eigene Lebensenergie, die bei Erschöpfung ebenfalls zu Kraft- und/oder Bewusstseinsverlust führt und mit jeder Nutzung das Leben des Ember verkürzt
  • Die Deadman können ihr Blut in jede erdenkliche Form bringen z.B. Klingen (Crow) / Die Ember können ihre Energie in jede erdenkliche Form bringen z.B. Klingen (Jyudo)
  • Ganta ist zu blöd dafür und schießt nur Kugeln / Kagero ist zu blöd dafür und schießt nur Kugeln
  • Das Mädchen ist besonders bzw. der Auslöser. Shiro als Ursprung des Zweigs der Sünde und Wretched Egg / Momiji als Schlüssel und perfekter Dross

Das alles bedeutet nicht, dass mir der Manga deswegen nicht oder weniger gefällt. Es sind lediglich Aspekte, die mir überraschend aufgefallen sind, an denen ich mich etwas störe. Sie ändern jedoch nichts an der Genialität Hiniirus als alleinstehendes Werk. Und wer DW nicht kennt, wird sich kaum daran stören können. Review/Rezension zum Manga Hiniiru

Kommentare:

  1. Ist der Manga brutal?

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    1. Er beinhaltet Monster und Kampfszenen, ist aber nicht übermäßig brutal oder gar blutig.

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    2. Oh okay...ich bin halt noch nicht 15,wie die Empfehlung sagt...ich weiß nicht so recht

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    3. Diese Empfehlungen richten sich grundsätzlich eher nach allgemeinen Empfindungen. Es kommt sehr stark darauf an, wie du mit "Erwachsenen Inhalten" umgehst, wie du Brutalität wahrnimmst und ob es dich beunruhigt/belastet. Wie gesagt, verglichen mit anderen Manga ist Hiniiru noch recht harmlos. Deadman Wonderland zu dem ich den Vergleich gezogen habe, ist da deutlich grausamer und vielleicht aktuell weniger zu empfehlen, wenn du etwas zart besaitet bist.
      Hast du denn etwas gelesen, das du als unangenehm brutal empfunden hast? Vielleicht kann ich durch einen Vergleich besser einschätzen, was dir zusagen könnte.

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  2. Home sweet home zum Beispiel hab ich beendet weil dass letzte Bild mich ziemlich erschreckte

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    1. Ja, das habe ich unter dem Artikel gelesen. In Hiniiru gibt es solch blutige Szenen (bisher) nicht, aber wie gedagt dennoch Kampf- und Gewaltdarstellung.

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    2. Ok...dann las ich das lieber

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