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Angelesen
gemeinsam einsam

Rezension/Review zum Manga Haus der Sonne (Tokyopop)

Familien halten leider nicht immer für die Ewigkeit. Manche Eltern lassen sich scheiden und/oder finden neue Partner. Dann muss man sich als Kind im besten Falle noch entscheiden, wo man leben möchte, bei Mama oder Papa. Viel zu oft werden auch Konflikte oder die eigene Stimmung auf den Rücken der Kleinen ausgetragen. Im schlimmsten Falle aber stirbt jemand. So oder so gibt es zu viele Familien, in denen ein gewisses Chaos herrscht oder Patchwork Familien entstehen. Wer das nicht selbst erlebt hat, kennt es vielleicht aus dem Freundeskreis und weiß, wie schwierig so etwas für alle Beteiligten ist.

Mit eben diesem Thema beschäftigt sich auch Taamo. Sie thematisiert genau das in ihrem Manga: Maos Eltern haben sich scheiden lassen und sie kommt mit den neuen Umständen überhaupt nicht klar. Um dieser Situation zu entfliehen und ein wenig Normalität und glückliches Umfeld zu erleben, verbringt sie viel Zeit bei den Nachbarn.
Die haben ein sehr herzliches Umgehen mit ihren drei Kindern und nehmen auch Mao mit offenen Armen auf. Oft ist sie beim Spielen dort und darf mit der Familie zu Abend essen. Doch auch diese Familie bleibt vom Chaos nicht verschont.
Jahre später folgen wir Mao nach der Schule nach Hause. Sie wohnt bei ihrem Vater und dessen neuer Frau. Doch auch hier ist sie alles andere als glücklich. Nach einer unangenehmen Situation schleicht sie sich abends nach draußen, um wie so oft am örtlichen Schrein alleine zu essen und wird dort von Hiro aufgelesen. Der älteste Sohn der Nachbarsfamilie, mit dem sie sich immer gut verstand. Er ist wie ein großer Bruder sie. Und dieser große Bruder scheint die Rettung in der Not zu sein, denn er lädt sie kurzer Hand mit zu sich nach Hause ein.

Review zum Manga zu Haus der Sonne

Shoujo Manga bin ich schon lange überdrüssig geworden, da die Geschichten sehr ähnlich ablaufen und es nur selten Neues gibt. Andere Figuren, leicht abgewandelte Hintergrundgeschichten, vielleicht mal Charaktere die aus der Reihe tanzen, doch im Grunde alles recht ähnlich. Dennoch kaufe ich mir hin und wieder mal einen.
Haus der Sonne war in den September Neuheiten von Tokyopop einer davon und ehrlich gesagt habe ich nichts von der Geschichte erwartet. Entgegen dieser Erwartung, nichts Spannendes zu lesen, hat mir der Manga jedoch erstaunlich gut gefallen. Nicht weil die Handlung besonders innovativ ist, auch wenn ich eine solche Konstellation bisher nicht kannte, sondern weil sie gut erzählt wird.

Nachdem Mao bei Hiro eingezogen ist, wird das Gefühlschaos perfekt. Die beiden wissen nicht so ganz, was sie mit der neugewonnen Wohngemeinschaft anfangen sollen. Zum einen sind froh und dankbar, jemandem um sich zu haben, der sich freut, dass der andere da ist. Zum anderen zweifeln sie jedoch, ob das alles so gut und ob sie nicht Fehler machen.
Dieser innere Konflikt wird schön dargestellt, da man einen Einblick in Alltag und Gedankengänge beider Protagonisten erhält. Die Geschichte erzählt uns, wie es zu all dem kam und konzentriert sich dann darauf, wie jeder der beiden damit umgeht.

Mit Mao haben wir hier tatsächlich wieder eine Figur, die etwas aus der Reihe tanzt. Sie ähnelt ein wenig Ririchiyo Shirakiin aus Inu x Boku Secret Service. Nach außen hin ist sie grob, hat teilweise wenig Benehmen und scheint nicht wirklich einen Bezug zu Menschen zu haben. Innerlich aber ist sie klein und gebrechlich, verbirgt ihre Sorgen und Ängste und unterdrückt jegliche negative Emotionen und Weinen in Gegenwart anderer.
Hiro hingegen ist ein offener, fröhlicher Mensch, der sich um andere (in dem Fall besonders Mao) kümmert und gerne da ist. Er hat gelernt den Haushalt alleine zu schmeißen und zu kochen, was er für Moa auch tut. Doch in Wirklichkeit ist auch er einsam und fühlt sich verlassen. Vermutlich der Grund, warum er Mao bei sich wohnen lässt.
Die beiden haben eindeutig Potenzial und einen gewissen Charme. Ich mag sie bereits jetzt und freue mich tatsächlich, zu erfahren, wie es mit ihnen weiter geht.

Die Handlung selbst sowie Rückblenden und Erinnerungen sind spannend und sehr ergreifend aufgebaut. Bei dem ein oder anderen Moment musste ich wirklich schlucken und habe mit den beiden gefühlt. Der Manga reißt mich mit und weckt Emotionen in mir. Es ist schön eine Geschichte so nah bei sich selbst zu erleben und sich in das Geschehen hineinversetzen zu können. Review/Rezension zum Manga zu Haus der Sonne

Kommentare:

  1. Auch wenn mein Exemplar erst heute ankommen soll,musste ich deine Review schon lesen.Vielen Dank,wieder super geworden! Übrigens kennst du den Comic,da Buch oder den Film sie Wolke?

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    1. Na dann viel Spaß beim lesen und danke für das Kompliment.
      Ich habe den Film "Die Wolke" gesehen, ja.

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  2. Danke schön.War nur so aus Interesse weil ich den Comic von Tokyopop hab.It der Film brutal?

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    1. Ich fand ihn persönlich weniger brutal, denn schockierend in seiner Message. Aber es ist mittlerweile ziemlich lang her, dass ich ihn gesehen habe.

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