Kiyoma Collector

Review zum Manga Dimension W

Kannst du dir eine Welt ohne Steckdosen vorstellen? Ohne Stromleitungen und ohne Batterien? Wie wäre es wohl, wenn wir alternative Methoden zur Energiegewinnung fänden? Mit dieser Frage und den daraus resultierenden Problemen hat sich Yuji Iwahara (Mangaka von King of Thorne) auseinandergesetzt. Hierzulande erscheint dessen Manga, der bisher acht Bände umfasst, damit allerdings noch nicht abgeschlossen ist, beim Kazé Verlag. Und auch der Chris von Nerdversum hat zu diesem tollen Werk bereits seine Meinung veräußert.

Kiyoma Mabuchi lebt in einer nicht allzu fernen Zukunft. Einer Zukunft in der es keine Stromleitungen mehr gibt. Stattdessen benutzen die Menschen Coils, kleine Zellen die mit einer Art Funktürmen kommunizieren und über diese Energie aus der neu entdeckten vierten Dimension beziehen. Diese Coils werden von einer Firma namens New Tesla hergestellt und gedrosselt, um die Energiezufuhr auf einem ungefährlichen Level zu halten. Für die Unterwelt ist die Herstellung und der Vertrieb illegaler Coils ohne Drosselung natürlich ein gefundenes Fressen. Um diese illegalen Coils nun aus dem Weg zu räumen, gibt es sogenannte Collector, quasi die Schuldeneintreiber der Unterwelt. Kiyoma Mabuchi ist ein Collector.

Review zum Manga Dimension W



Wir befinden uns mit Dimension W in einem recht düsteren und vor allem dystopischen Setting, das mal wieder auf die Missstände der Gesellschaft aufmerksam macht. In diesem Fall die Gier nach Macht und Einfluss beziehungsweise danach die Welt zu verändern und das daraus resultierende Vertuschen unliebsamer Katastrophen die dem Image schaden würden.
New Tesla verkauft seine Coils als Wundermittel der modernen Energiezufuhr und völlig harmlos. Was der Konzern aber verschweigt, sind die Auswirkungen unsachgemäßer Handhabung, die verheerende Folgen haben. Solche Vorfälle werden „zum Wohle der Allgemeinheit“ vertuscht und Unfallorte bereinigt, bevor sie jemand bemerken kann.

Die Zukunft in der diese Geschichte spielt, ist gar nicht so weit entfernt. Unser Protagonist Kiyoma ist in unserer heutigen Zeit geboren und aufgewachsen. Er kennt ein Leben ohne Coils und er kennt die Auswirkungen die Coils haben können – warum und was passiert ist, erfahren wir zunächst aber noch nicht. Was aber zu Beginn bereits klar wird, ist dass er Coils hasst. Er besitzt keine Einzige. Seine Autos stammen aus der Zeit vor dieser technischen Revolution, ebenso wie all seine Haushaltsgeräte. Die Waffen mit denen er kämpft, sind ebenso altmodisch wie wirkungsvoll.
Da trifft es ihn besonders hart, dass seine Auftraggeberin ihm einen Androiden als Partner zur Seite stellt, den er während eines Auftrags aufgelesen hatte. Einen Androiden der, wie all seine Artgenossen, von Menschenhand gebaut ist und mit Coilenergie betrieben wird. Und dennoch ist etwas an diesem maschinellen Mädchen Mira anders. Sie ist kein gewöhnlicher Android.

Die Geschichte um Dimension W lässt sehr viele Fragen offen und bewirkt damit, dass der Leser immer mehr erfahren will. Eine kluge Taktik, die man jedem Autor oder Zeichner nur anraten kann, allerdings auch schwierig umzusetzen ist. Als Leser sitzen wir nun vor den aufgeschlagenen Seiten und fragen uns
  • Was ist mit Kiyoma passiert, warum hasst er Coils so sehr? 
  • Was ist es, das Mira so besonders macht?
  • Und warum ist Kiyoma so verdammt sympathisch, obwohl ein totaler Miesmacher und Pessimist ist?

Ja, richtig gehört, menschlich gesehen ist Kiyoma ein Arschloch. Zwar eines mit liebenswerten Zügen – wie sollte es in einem Manga auch anders sein -, aber dennoch eigentlich unausstehlich. Noch dazu entspricht er nicht dem typischen Manga/Anime Protagonisten, der jugendlich naiv oder zumindest zwischen 14 und 22 ist (ich würde ihn älter schätzen). Er wäre fast schon ein geschaffener Antagonist. Dennoch empfinde ich ihn als wahnsinnig sympathisch und habe das Bedürfnis mehr über ihn zu erfahren und seine Geschichte zu verfolgen.
Auch Mira gleicht dem gängigen Bild eines weiblichen Begleiters (Anhängels) nur bedingt. Allein der Fakt, dass sie eine Maschine ist und sich das selbst nicht eingestehen will, hebt sie von einer breiten Masse ab.
Mit den Figuren ist hier also alles richtig gemacht, aus meiner Sicht. Denn auch die Nebencharaktere sind Unikate und auf ihre Art etwas irre und ungewöhnlich. Und das müssen sie auch. In einer so ungewöhnlichen Welt mit so ungewöhnlichen Vorkommnissen kann ein „gewöhnlicher“ Charakter nur wenig punkten, geschweige denn überzeugen.

Was mich etwas stutzig machte, war der Verlauf, den die Handlung in Band drei annahm. Bisher konzentrierte sich die Geschichte auf Kiyoma, Mira und deren Suche nach illegalen Coils. Das besteht zwar weiter, doch in Band drei scheint es ein wenig in den Hintergrund zu rücken. Stattdessen mutet der dort angenommene Auftrag etwas einem Detektiv Conan oder Psychic Detektive Yakumo an. Ich bin also sehr gespannt, wie es weiter gehen wird. Review/Rezension zum Manga Dimension W

Kommentare:

  1. Ich versteh nicht ganz wohin sich das entwickelt...

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    1. Ja, die Frage kann ich auch noch nicht beantworten. Die Geschichte fühlt sich nach einem längeren Unterfangen an, obwohl die Reihe in Japan nur 10 Bände umfasst. Wohin das alles führt, darauf bin ich auch gespannt. Doch trotz dieser Ungewissheit macht mir der Manga irgendwie Spaß.

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  2. Schon abgeschlossen?Dann teste ich vielleicht

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    1. In Japan, ja. Bei uns sind bisher 3 von diesen Bänden erschienen.

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