mop Geschichtenliebe: AngelesenMagical Girl PartyEinlass ab 18 Jahren

Angelesen
Magical Girl Party
Einlass ab 18 Jahren

Rezension zum Manga Magical Girl Site (Tokyopop)

In all diesen Magical Girl Anime und Manga scheint immer alles so einfach zu sein. Unscheinbare oder benachteiligte Mädels bekommen auf wundersame Weise magische Kräfte zugeschoben. Dann müssen sie zwar die Welt retten und den bösen besiegen, aber sie haben ja Magie. Wird schon. Und wie oft hat man sich damals gewünscht, auch irgendwelche tollen Kräfte zu haben und dann einfach aus Problemsituationen heraus zu schweben.
Anfangs hatte ich noch über die paradoxe Covergestaltung der beiden Teile gescherzt. Band eins sieht für mich nach einem Horror Thriller (Krimi) aus, während Band zwei mehr von Zickenkrieg und Sugar Party hat. Mittlerweile sehe ich das aber gar nicht mehr als so unpassend. Genau genommen beschreibt es die Story sogar recht gut. Ich frage mich, ob der Chris wohl nach dem zweiten Band nun auch eine andere Meinung über den Manga hat?

Magical Girl Site macht das etwas anders. Eine ominöse Website – gleichnamig mit dem Titel des Manga – schenkt armen Mädchen die Kraft sich zu wehren. Jedes Magical Girl erhält einen Zauberstab in Form von Alltagsgegenständen und mit diesem eine spezielle Fähigkeit, um sich selbst vor all dem Leid zu schützen.
Und wenn wir von Leid sprechen, ist eben dieses gemeint. Mobbing ist da nur die unterste Grenze an seelischem und körperlichem Schmerz, den die Betroffenen erleiden mussten oder immer noch müssen.
Doch weil es zu einfach wäre, einfach mit etwas Magie zu wedeln und alle Probleme verpuffen zu lassen, verlieren die Mädchen bei jeder Anwendung eines Zauberstabes Lebenszeit. Und dann wäre da noch der Tempest, von dem keiner wirklich weiß, was er bedeutet, nur dass dieser Countdown nichts Gutes verheißen kann. Und ein Magical Girl das auf Streifzug geht, all die andren zu töten und ihre Stäbe zu stehlen.

Review zum Manga Magical Girl Site


Oh du Arme. Oh du Arme.
Das Grundprinzip von Magical Girl Site lehnt sich sehr stark an die kindgerechten Magical Girl Serien an, die man so kennt – Sailor Moon, Pretty Cure, DoReMi und andere. Es gibt Zauberstäbe oder Objekte die Kräfte verleihen. Mit dem Tempest, der zuerst einmal sehr bedrohlich wirkt und auf den Weltuntergang schließen lässt, wäre auch das Welt retten abgehakt – zumindest glaubt man das bis Band zwei noch.
Doch der Rest ist eher skurril und brutal. Alle Magical Girls haben eine grausame Vergangen und durchleben viel Schmerz. Von Mobbing über Vergewaltigung bis hin zu Familienmord dürfte womöglich alles dabei sein. Und dieses Leid nimmt kein Ende. Einige von ihnen setzen ihre Kräfte ein, um anderen zu schaden. Gewalt und Erniedrigung werden sehr deutlich und eindringlich dargestellt. Und auch Mord ist hier kein Tabuthema.

All das was die Mädchen durch machten oder machen, schlägt enorm auf ihre Psyche. Vielleicht nicht bei der unscheinbaren Aya, die wir zu aller erst kennenlernen. Doch all die anderen, die uns im Laufe der Geschichte begegnen, wirken kaputt. Ihr Leben hat sie gezeichnet, in den Wahnsinn getrieben und bringt ganz neue und beängstigende Seiten an ihnen zum Vorschein. Mit Wahnsinn und Verzweiflung wird nicht gespart.

Kein Kindermärchen über Feenstaub und das Bekämpfen von Bösewichten, so viel ist sicher. Das ist das Drumherum, doch was will die Geschichte von uns? Ja, das wüsste ich auch gerne. Es geht um den Tempest, herauszufinden was er bedeutet und wie man ihn aufhalten kann. Um das Magical Girl sein, was es mit sich bringt, warum man diese Stäbe erhält und was die Konsequenzen daraus sind. Doch wohin das Ganze führt, sehe ich noch nicht.
Mit dem ersten Band fand ich die Geschichte noch wahnsinnig interessant und gut aufgebaut. Mit dem Zweiten allerdings beginnt für mich die Handlung zu stocken. Es entwickelt sich in eine Richtung, in der alles überladen und einfach zu viel wirkt. Die Geschichte will zu viel von uns, es passiert zu viel und es lässt sich nur noch schwer abstecken, was davon relevant ist und was nur ist, um zu seien.

Den zweiten Band zu lesen, fiel mir erstaunlich schwer. Nicht so schwer wie es mir fiel den Anfang von Assassination Classroom aufzunehmen, doch es ging sehr schleppend. Ich würde fast sagen, ich habe mich für diese Review dazu gezwungen. Review/Rezension zum Manga Magical Girl Site

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