Die zwischen den Welten steht

Rezension zum Manga Café Acheron

Café Acheron habe ich vor Ewigkeiten mal in einer Animania Ausgabe gesehen und mir gedacht: "Der sieht echt interessant aus!", ihn mir jedoch nie geholt. Umso mehr freue ich mich, dass ich ihn dank eines Rezensionsexemplars von Kazé nun doch endlich lesen kann. Dieser Manga stand, wie so viele neben ihm, wegen meiner enormen Cover Affinität auf der Leseliste, denn das ist wie ich finde sehr ansprechend gelungen!

Doch worum geht es überhaupt?
Die Schülerin Io Nanatsu ist in einen Jungen aus ihrer Schule verliebt, muss jedoch mitansehen, wie er von einer anderen geküsst wird. Enttäuscht und am Boden zerstört zerreißt sie den Liebesbrief, den sie ihm eben noch geben wollte. Doch damit tut sich ein Riss unter ihren Füßen auf und eine Hand zieht sie ins Unbekannte. Zu sich kommt sie schließlich in einem Café das alles andere als normal ist.
Die Leute die sie dort kennenlernt, kommen ihr ausgesprochen seltsam vor und doch stimmt sie zu, als ihr von einem fast schon zu fröhlichen jungen Mann der Vorschlag gemacht wird, dort zu arbeiten. Der Besitzer Kiba nimmt sie zögernd und wenig begeistert dann tatsächlich als Angestellte auf und gibt ihr eine Tasse Kaffee zu trinken, um damit einen Pakt zu besiegeln. Was das alles für sie bedeutet, erfährt Io jedoch erst sehr viel später.

Rezension zum Manga Café Acheron
So verwirrend wie meine Zusammenfassung ist auch der Manga selbst - wenigstens zu Beginn. Die Szene die Io in das Café Acheron - das eine Art Übergang zwischen Menschen- und Dämonenwelt ist - befördert, ist sehr kurz und vor allem sehr nebensächlich, aber dafür besonders verwirrend. Dass sie in diesen Jungen verliebt ist, bleibt nur sehr vage Thema des Manga. Sie fängt an dort zu arbeiten, um ihren Liebeskummer zu vergessen, ansonsten jedoch ist die Angelegenheit nicht weiter von Bedeutung.
Ebenso das übernatürliche und magische Geschehen das Io ins Café befördert und ihren Pakt besiegelt, verwirrt mehr als dass es etwas aufdeckt. Wozu der Kaffee vor dem Pakt? Nicht nur das, auch ihre Reaktion auf Dinge, die nicht sein dürften, ist teilweise wenig nachvollziehbar - sprich zu gleichgültig. Die einzige Ausnahme ist ihr sehr überraschtes Gesicht auf den kleinen Teddybären der sprechend ins Kaffee gewatschelt kommt.

Anfangs ist der Handlungsverlauf sehr vorhersehbar. Io schließt einen Pakt mit Kiba, dem Besitzer des Cafés, um dort arbeiten zu dürfen und ist fortan regelmäßig vor Ort. Man erwartet ja nun, dass sie sich in ihn verliebt und gewisse romantische Situationen aufkeimen - klar, es ist immerhin Shoujo. Das passiert natürlich auch.
Neben dem fast schon zwingenden Hauptplot, der Bindung zwischen Io und Kiba, wird die Story von nebenher laufenden Geschehnissen gestützt. So wird ihre Anstellung in der Verbindungsbrücke zwischen Oberwelt und Unterwelt geschickt genutzt, um Io in dämonische Angelegenheiten zu verstricken. Dabei gerät sie unter anderem auch selbst zwischen Fronten, die noch nicht einmal ihre eigenen sind. Sie mischt sich aber auch voller Sorge überall ein.
Doch im weiteren Verlauf wird das Geschehen zunehmend individueller und für Shoujo fast schon etwas extravagant, um nicht zu sagen unüblich. Das Ende des Bandes ist es auch, das mich dazu bewog, mir auf jeden Fall die anderen beiden Teile zuzulegen. Ein kleiner Fakt am Rande: Café Acheron hat lediglich drei Bände und ist damit auf jeden Fall einen Blick wert und auch für kleinere Geldbeutel geeignet.
Das was diesen Manga ausmacht, ist wohl zum einen das Gefühl beim Leser, wenn man anfängt, Io und Kiba zu shippen - ein Pluspunkt den jedoch nahezu jeder Shoujo hat. Zum anderen ist es der von den Erwartungen abweichende Plot, der beispielsweise eine Figur auftreten lässt, die man in einem typischen Romance Manga nicht vermutet hätte, sowie Ios Reaktion und Handlungsweise auf gewisse Situationen. Als ich dachte das Mädchen würde nun mit Sicherheit das eine tun, tat sie stattdessen etwas ganz anderes. Das sind Kleinigkeiten die gute oder zumindest lesenswerte Geschichten ausmachen. 

Etwas das mir an diesem Manga wie bereits erwähnt besonders zusagt, ist das Cover. Sowohl von vorne als auch hinten finde ich es sehr stimmig und gut gelungen. Wobei ich auch eine Schwäche für filigrane Muster, Ornamente und nobel angehauchte Verzierungen habe.
Auch der Zeichenstil ist sehr schön. Hier sind nicht nur die Typen und potentiellen Loveinterests ansprechend gezeichnet, sondern auch die Mädchen. In vielen Shoujo werden Mädchen entweder extrem verniedlicht dargestellt oder haben für mein Empfinden seltsame Gesichtsproportionen. Io und auch weibliche Nebencharaktere jedoch sind süß ohne dabei lächerlich zu erscheinen und hübsch gezeichnet. Der Stil geht dabei nicht ins Überzogene, sondern bleibt bodenständig und dennoch passend für sein Genre.

Rezension zum Manga Café Acheron Café Acheron ist eindeutig nichts besonderes oder mit einer innovativen Idee gesegnet, doch der Handlungsverlauf lässt auf ein interessantes Ende schließen. Außerdem sind die Charaktere liebevoll gestaltet und umgesetzt, trotz dem dass sie etwas stereotypisch sind. Wer übernatürliche Shoujo Geschichten mit Fantasy Hauch mag, ist hier eindeutig gut beraten und bei drei Bänden kann man auch nicht viel verkehrt machen. Trotz der wiederkehrenden Shoujo-Merkmale ist das mal wieder ein Exemplar das mich anspricht und ein wenig begeistert - nur ein wenig.

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