Ein Engel für dein Unglück

Review zum Manga Platinum End
Platinum End ist ein typischer Cover-Kauf für mich. Der Klappentext gibt nicht viel her, außer die Aussicht auf eine weitere ausgelutschte himmlische Engelsgeschichte und überhaupt klingt es nicht sonderlich besonders. Aber das Cover, das ist besonders. Vom tollen Artstyle mal abgesehen, hat sich Tokyopop mit dem Veredeln hier sichtlich Mühe gegeben - und darauf sind sie wohl auch stolz, zu Recht. Doch was verbirgt sich nun tatsächlich hinter all dem Regenbogenfunkeln?

Der junge Mirai hat zu viel vom Leben. Nicht nur dass es in der Schule nicht besonders gut läuft, nein sein Leben ist die Hölle. Mirais Eltern starben bei einem Autounfall, als er noch klein war. Daraufhin zog er zu seiner Tante und seinem Onkel, die alles andere als ein liebevolles Familienleben für ihn bereit hielten. Ganz im Stil von Harry Potter - nur womöglich schlimmer - muss er seither in einer Putzkammer schlafen, den Haushalt erledigen, arbeiten gehen und sein Gehalt abdrücken, seiner sogenannten Familie jeden Wunsch erfüllen und wird auch noch körperlich misshandelt.
Als ihm die Kraft vollends ausgeht, stürzt er sich, sehnsüchtig nach dem Tod, vom Dach seines Wohnhauses. Doch der gewünschte Effekt - endlich allem ein Ende bereiten - bleibt aus. Stattdessen findet er sich in den Armen eines hübschen Mädchens wieder, Meter weit über dem Boden. Sie gibt sich als Engel zu erkennen, der nur da sei, um Mirai zu Glück zu verhelfen. Außerdem offenbart sie ihm, dass er nun ein Gottesanwärter sei.
Review zum Manga Platinum End
Zunächst einmal bekommt die Geschichte eine ganz andere Wirkung, wenn man den ersten Band beendet und zugeklappt hat. Während der Klappentext nur von Mirais Glück spricht und davon, dass es gefährlich sei, eigennützig zu handeln, geht die Geschichte selbst deutlich tiefer.
Dieser Engel rettet ihn vor dem selbst gewählten Tod und schenkt ihm zwei Gaben: Armors Pfeil, der dafür sorgt, dass die getroffene Person Mirai für einen Monat lang liebt und alles tut, was er will und außerdem ein paar waschechte eigene Flügel. Mit diesen Gaben kann und soll er sich nun zum eigenen Glück verhelfen. Soweit so gut.
Interessant wird es dann, wenn der Engel ihm offenbart, dass das alles nicht ohne Grund geschieht. Denn Gott hat keine Lust mehr. Daher wurden dreizehn Engel gewählt, die wiederum dreizehn unglückliche Menschen wählten, um ihrem Schützling zu helfen, der neue Gott zu werden.

Gott werden, will man das? Mirai jedenfalls nicht. Doch das sehen nicht alle Anwärter so. Während einige in Eigennutz versumpfen und ihre Gabe missbrauchen, hat sich einer von ihnen zum Ziel gesteckt, all die anderen zu töten. Damit beginnt ein tödliches Spiel, das Mirai niemals spielen wollte. Eigentlich wollte er doch nur sterben.

Review zum Manga Platinum End
Die Aufmachung der Story erinnert mich ein wenig an Mirai Nikki - welch Zufall in der Namensgebung. Jeder gegen jeden und jeder für sich selbst. Während aber Mirai Nikki in die Abgründe der menschlichen Seelen abtaucht und das Schlimmste aus ihnen heraus zerrt - Mordgelüste und die Freude daran - und das in sehr abartiger Weise, spielt Platinum End hingegen eher mit den oberflächlichen Charakterschwächen. Neid und Eifersucht, das Streben nach Macht und Ruhm, Ansehen und Frauen, Beliebtheit, Stärke, Einfluss.

Die Handlung nimmt einen vielversprechenden Lauf, der sich weit genug von Mirai Nikki abgrenzt, um kein unnötiger Abklatsch zu werden. Die Charaktere hingegen sind etwas fragwürdig. Während der Engel so gar nicht engelhaft denkt, ist Mirai der Stereotyp aus dem schwarz-weiß Bilderbuch.
Sie fordert ihn zu allerlei selbstsüchtigen Taten auf, die ihn zwar glücklich machen könnten, aber anderen dafür schaden würden. Sogar zum Mord ermutigt sie den Jungen. Ein Verhalten das man wohl nicht mit einem Engel in Verbindung bringen würde.
Er hingegen ist der allgegenwärtige selbstlose und viel zu vernünftige Manga Protagonist. Mirai hat im Leben so viel Leid und Hass erfahren, soviel Schmerz erlitten, dass es einfach nicht schlüssig ist, warum er so vernünftig sein soll. Wenigstens ein bisschen Verzweiflung, Groll oder selbstsüchtiges Handeln würde ich mir fast schon wünschen.

Das jedoch ist Meckern auf hohem Niveau und tut der Geschichte wahrscheinlich nur wenig bis keinen Abbruch. Platinum End hat als Cover-Kauf angefangen, von dem ich mir nur wenig erhoffte und endet als eine vielversprechende Geschichte, die auf jeden Fall weitergelesen wird. Und ich bin nicht die einzige, die Platinum End gehooked hat. Review/Rezension zum Manga Platinum End

Kommentare:

  1. Das klingt spannend, aber auch hier MUSS ich passen...Das Cover ist wirklich schön.Updates du den Blog eigentlich, wenn du den nächsten Band gelesen hast?

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    1. Updates mache ich in der Regel keine, da die Rubrik ANGElesen (oder auch ANGEspielt/sehen) sich nur mit dem ersten Eindruck befasst, den ein Werk vermittelt. Meistens beziehe ich mich auf Band 1-3, je nachdem wie viel zu diesem Zeitpunkt schon erschienen ist.
      Wenn allerdings das nötige Interesse besteht, kann ich gerne einen zweiten Artikel oder ein Update liefern, sobald ein Werk abgeschlossen ist.

      Ich hoffe, das beantwortet deine Frage :3

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  2. Gibt es eigentlich jetzt schon Mangas aus den neuen Programmen, die du unbedingt lesen möchtest?Ich find's ja süß, dass es ein Otta Kuscheltier geben wird.

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    1. Ich überlege mir "Fire Force" und "The Ones Within" von Tokyopop anzusehen, außerdem "Dolly Kill Kill" und "Grafitti of the Moment" von Egmont. Ob ich sie mir hole, entscheide ich jedoch erst, wenn ich sie in der Hand halte :3
      Ansonsten natürlich die Fortsetzungen meiner schon begonnenen Reihen (auf "Psychic Detective Yakumo 13" freue ich mich besonders)und das Otta Plüsch finde ich auch super *^*

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  3. :D Ich hab schon eine ewig lange Liste.Frohe Weihnachten schonmal und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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    1. Das ist doch schön :3
      In nächster Zeit kommt viel Shoujo und Sounen Ai raus, beides Genres die nur noch vereinzelt lese, deswegen und weil ich bereits sehr viele Titel angefangen habe, ist meine Liste nicht so lang. Außerdem habe ich noch einiges ungelesenes im Regal. Ich muss also erst einmal aufholen.

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