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Angelesen
Kenne ich dich?

Review zum Manga One Week Friends (Carlsen) Freundschaft ist ein wichtiges und stetig präsentes Thema in unserem Leben. Besonders zu Schulzeiten bewegt es uns wie kaum etwas anderes. Auch slice of life Geschichten aus Japan haben das realisiert und thematisieren es, wo es nur geht. Mit One Week Friends hat uns dieses Jahr allerdings ein Titel erreicht, der das Thema Freundschaft völlig neu aufgreift und in unbekannte Bahnen lenkt.
Kaori ist ein recht stilles Mädchen, das in der Schule kaum mit jemandem spricht. Mittlerweile versucht es auch niemand mehr, sie anzusprechen, da sie zunehmend abweisender, unfreundlicher und sogar etwas rau wurde. Einzig Yuki hat sein Interesse an ihr nicht verloren und spricht sie eines Tages ganz einfach an. "Wollen wir Freunde sein?"
Damit taucht er in eine für ihn völlig neue Welt ein. Kaori die anfangs sehr abweisend reagierte, lässt sich schließlich auf eine Freundschaft mit Yuki ein und so lernen sich die beiden Stück für Stück kennen. Bis Montag.
Jeden Montag muss Yuki all die Mühen seine Freundin kennenzulernen von neuem aufbringen. Denn Kaori leidet an einer Krankheit die ihr Menschengedächtnis jeden Montag resetet. Sie erinnert sich schlichtweg nicht, ob sie Freunde hatte und wer diese gewesen sein könnten. So beginnt Yuki ihr zu helfen, ihre Erinnerungen zu behalten und zurückzuholen.

Review zum Manga One Week Friends (Carlsen) Die Freundschaft der beiden zu beobachten, zu sehen wie sie sich entwickelt und wie sich die beiden jede Woche aufs Neue kennenlernen, hat etwas herzerwärmendes. Die ganze Geschichte ist sehr ruhig, sehr bedächtig. Das liegt zum Einen daran, dass sie lediglich den schulischen Alltag einiger Mittelschüler beschreibt, in dem nicht viel Aufwühlendes passiert und zum anderen an den Charakteren. Sie sind allesamt eher ruhig, jeder auf seine Weise. Ruhig, teilweise rational, teilweise sehr vernünftig, vorallem aber sehr empathisch.
Das birgt sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits tut es gut, zu sehen dass es Geschichten gibt, die dem Leser Empathie vermitteln. Solche Werte sind in unserer Gesellschaft teils sehr rar geworden, obwohl sie unendlich wichtig für das menschliche Miteinander sind. Andererseits bedingt dieser gemächliche, teils inhaltslose Schulalltag eine etwas zähe Erzählweise. Oft passiert kaum etwas. Meist beobachten wir lediglich Konversationen der Figuren ohne einen wirklichen Fortschritt der Geschichte oder deren Verhältnisse zueinander zu erkennen. Dadurch wird der Manga stellenweise etwas trocken und anstrengend zu lesen.

Dazu kommt obendrein der gestalterische Seitenaufbau. Wie ihr sicher wisst, sage ich kaum jemals etwas zum Paneling der Manga, weil ich es schlichtweg nicht für nötig erachte. In seltenen Ausnahmefällen jedoch, wirkt sich die Art der Panel auf das Leseerlebnis aus. So auch hier. Viele viele Seiten von One Week Friends bestehen aus vierer Panels. Aus den meisten Werken kennt man diese Technik von Bonusstorys zwischen den Kapiteln oder am Ende des Bandes. Vier vertikal angeordnete Panel die in ihrer Kürze eine einzige Szene darstellen, meist etwas witzig angehaucht.
Dieser Manga aber besteht zu einem signifikanten Großteil aus eben solchen Panels, die sich dann über mehrere Seiten ziehen, wie man auch im Beispielbild oben erkennt. Jede Viererreihe hat eine eigene Überschrift erhalten, wird ungewohnter Weise von oben runter gelesen und stellt je eine Szene mit einem eigenen Thema dar, dann kommt die nächste. Das ist auf Dauer recht anstrengend zu lesen, hat aber dann auch wieder einen gewissen Reiz.

Review zum Manga One Week Friends (Carlsen)
Ich habe für mich festgestellt, dass meine Lesefreude mit One Week Friends sehr stimmungs- und verfassungsabhängig ist. Aufgrund seiner zwar sehr niedlichen und beruhigenden Atmosphäre, aber auch sehr zähen Handlung, muss ich tatsächlich in guter Verfassung sein, um einen ganzen Band zu lesen. An Tagen an denen ich mich ohnehin schon aufraffe einen Manga zur Hand zu nehmen, kann ich diesen nicht länger als zwei Kapitel ertragen. An guten Tagen hingegen finde ich großen Gefallen an den niedlichen Figuren, dem minimalistischen Zeichenstil und der Idee hinter der Geschichte.
Wenn ihr also beim ersten Mal lesen nicht überzeugt seid, gönnt euch vielleicht einen zweiten Anlauf an einem perfekten Lesetag. Es lohnt sich eindeutig, auch wenn die neuen Bände immer eine ganze Weile auf meinem Stapel der Schande verweilen müssen, ehe ich mich da rantraue. 

Review zum Manga One Week Friends (Carlsen)

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