*/ pinterest/* mop Geschichtenliebe: Mythos Rezexswas man über Rezensionsmaterial wissen sollte

Mythos Rezexs
was man über Rezensionsmaterial wissen sollte

was ihr über Rezensionsexemplare wissen müsst

Man hört die wildesten Geschichten über den Umgang mit Rezensionsexemplaren, sowohl seitens der Blogger als auch seitens der Firmen. Blogger bekommen tonnenweise kostenloses Material in den Arsch geschoben, rezensieren ausschließlich positiv und absolut und unglaubwürdig. Verlage werfen mit Rezexs um sich, erkaufen sich damit positive Bewertungen. Geredet wird viel, doch was ist dran?

Die Debatte um Rezensionsexemplare ist groß. Sollte es sowas geben? Wie viel Leistungsdruck lastet dadurch auf dem Blogger/Youtuber? Sollte soetwas bezahlt werden? Immerhin ist es quasi kostenlose Werbung - übrigens letztes Jahr eins der am heißesten diskutierten Themen in der Szene. Doch bevor man über solche Themen spricht, sollte man erst einmal sicherstellen, dass man die Grundlagen versteht, denn genau das scheint vielen noch nicht klar zu sein: Was ist überhaupt ein Rezexs und wozu dient es?



Rezensionsexemplare - Freiheiten und Pflichten

Grundsätzlich sind Rezexs erst einmal dazu gedacht, Rezensenten eine Besprechung des Titels - sei es nun Buch, Comic, Spiel, Kosmetik, Kleidung, Technik oder ein Lebensmittel - zu ermöglichen. Denn, und das dürfen wir nicht vergessen, Bloggen und Youtube sind für die meisten vorrangig Hobbys und nicht etwa eine lukrative Einnahmequelle oder gar ein Job, der den Lebensunterhalt sichert. Nicht jeder Rezensent kann es sich leisten, immer auf dem neuesten Stand in seinem Fachgebiet zu sein und sich alle Artikel selbst zu kaufen.
Darüber hinaus ermöglichen Rezensionsexemplare natürlich auch eine gute Werbefläche für die Hersteller. Das Produkt wird kostenfrei an den Rezensenten übermittelt, der im Gegenzug eine Bewertung dessen abgibt und im Internet teilt. Somit wird auf das Produkt aufmerksam gemacht und das teilweise sogar in Klientelgruppen die vielleicht gar nicht der Hauptzielgruppe entsprechen. Win Win.

Und damit wären wir beim ersten Punkt: Das Rezensionsexemplar wird kostenfrei zur Verfügung gestellt und im Gegenzug wird eine Besprechung geliefert. Entgegen dem Irrglauben oder Leistungszwang vieler unerfahrener Blogger oder auch Leser ist man bei der Rezension inhaltlich zu absolut gar nichts verpflichtet. Viele scheinen sich dazu genötigt zu fühlen, das Produkt in ein positives Licht zu rücken, da sie es ja dankender Weise gratis erhalten haben. Das ist falsch. Bei Besprechungen und Rezensionen geht es um genau zwei Dinge: Deine eigene persönliche Meinung und Ehrlichkeit, Transparenz und Glaubwürdigkeit - dass etwas kostenfrei gestellt wurde, muss übrigens angegeben werden. Der Leser hat absolut gar nichts davon, wenn ihr ein schlechtes Produkt gut bewerbt, nur weil ihr es "geschenkt" bekommen habt.

Wenn ihr mit der Intention bloggt oder Videos produziert, euren Konsumenten ein möglichst reales Bild des Produkts zu liefern und einen guten Einblick zu gewähren, dann ist es sogar unerlässlich, negative Kritik zu äußern. Denn: Nichts ist vollkommen! Ich weiß das, ich bin ein Supernatural-Fangirl. Jedes Franchise, egal wie überragend, innovativ, kreativ und liebevoll gestaltet es auch sein mag, hat seine Schwächen. Jedes. Das ist nur realistisch. Allein schon weil Menschen unterschiedliche Geschmäcker haben, unterschiedliche Weltanschauungen und unterschiedliche Moralvorstellungen. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass Kritik nicht durchweg schlecht ist. Ganz im Gegenteil ist konstruktive Kritik, also solche die Verbesserungsvorschläge und Anreize liefert, sogar sehr hilfreich (für den Künstler) und bietet allgemein eine ganz neue Sichtweise auf die Thematik.  

was ihr über Rezensionsexemplare wissen müsst

Punkt Nummer zwei: Rezensionsexemplare sind keine Geschenke. Ihr als Blogger bekommt etwas zur Verfügung gestellt und erbringt dafür eine Gegenleistung. Für viele ist Bloggen ein Hobby, das bedeutet jedoch nicht, dass die investierte Leistung pauschal weniger wert ist, als die eines "professionellen" Journalisten. Bloggen, Texte schreiben und bearbeiten, Korrektur lesen, Photos schießen und nachbearbeiten, den Blog gestalten und Nutzer freundlich machen, Videos drehen, schneiden, rendern, eventuell nachvertonen, Thumbnails gestalten, Titel überlegen. Klingt nach einem Haufen Arbeit? Ist es auch. Man macht das zwar meist gern, doch das ändert nichts an dem Fakt, dass es Arbeit ist, die in diesem Falle quasi mit einem Rezexs vergütet wird. Daher nochmal: Ihr seid nicht zu positiven Reviews verpflichtet!
Das ist übrigens auch genau der Punkt, über den gerade in der Buchblogger Szene heiß diskutiert wurde und wird. Rezensieren ist Arbeit. Einige sind der Meinung, dass diese Arbeit von den Verlagen vergütet werden sollte, wie beispielsweise bei einem freiberuflichen Journalisten. Wie sinnvoll und vorallem umsetzbar das ist, steht auf einem anderen Blatt und spaltet die Szene. Doch darauf möchte ich gar nicht tiefer eingehen.

Darf man eine Rezension abbrechen? Ja! Wenn ihr zeitlich einfach nicht hinkommt und merkt ihr habt euch übernommen, dürft ihr eine Rezension abbrechen. Wenn ihr merkt, das Produkt entspricht überhaupt nicht eurem Geschmack und ihr haltet einfach nicht bis zum Ende durch, dürft ihr abbrechen. Wenn das Buch/Spiel/ect inhaltlich absolut nicht mit euren Moralvorstellungen vereinbar ist - weil beispielsweise diskriminierend oder Ähnliches - und ihr euch nicht wohl dabei fühlt, mit so einem Produkt zu arbeiten, dürft ihr abbrechen. Wichtig bei dieser Entscheidung ist jedoch, das mit der Firma zu besprechen und gegebenenfalls abzuklären, ob ihr das Rezexs zurück schicken sollt.



Wie kommt man da eigentlich ran?

Ein Irrglaube der sich hingegen hartnäckig bei Teilen der Leserschaft hält, ist dass Rezensenten mit kostenfreien Exemplaren überschüttet werden. Dazu ein paar Fakten:
- Es gibt nicht unendlich viele Rezensionsexemplare im Umlauf
- Verlage und Firmen werfen dementsprechend nicht damit um sich
- Rezensent sein, heißt nicht automatisch Rezexs zu erhalten
- Man muss etwas dafür tun, um Rezexs zu erhalten
- Reichweite spielt dabei oft eine große Rolle
- Reichweite spielt manchmal eine größere Rolle, als sie sollte! Liebe Verlage, bitte setzt auch auf Qualität. Kleine Leute haben eine ebenso wertvolle Meinung, wie Influencer mit großer Reichweite. Außerdem sind Influencer die nichts mit eurem Bereich zu tun haben, keine geeignete Werbefläche! (Ein weiteres Thema, das in der Szene oft für Empörung sorgt)

was ihr über Rezensionsexemplare wissen müsst

Wenn ihr als Blogger oder Youtuber etwas rezensieren möchtet, wendet ihr euch an den Hersteller und bittet ihn freundlich um ein Rezensionsexemplar. Der möchte dann erst einmal wissen wer ihr seid, wie lange ihr schon bloggt/Videos macht, wie hoch der Traffic ist, Besucherzahlen pro Tag, pro Woche, pro Monat, wie viele Follower ihr in sozialen Medien habt (liebe Verlage, Facebook ist schon lange nicht mehr das Maß der Dinge!) und entscheidet anhand dessen, ob ihr überhaupt in Frage kommt. Viele möchten ihre Rezexs nämlich nur an Leute mit einer möglichst hohen Reichweite herausgeben - was grundsätzlich erst einmal nicht verwerflich ist. Das hält sich vor allem im Mangabereich, da dort eine Rege Nachfrage herrscht und die Verlage schlichtweg nicht genug Material für alle Anfragen haben. Es ist also gar nicht so einfach an Rezexs zu kommen, wenn man überhaupt welche erhält.

Andersherum ist es aber natürlich auch so, dass Verlage, besonders kleinere, und oft auch Selfpublisher an einen herantreten und Rezexs anbieten beziehungsweise um eine Besprechung bitten. Teilweise erhält man sogar ungefragt Post - was ich im Übrigen absolut nicht in Ordnung finde! Diese Anfragen sind zum Teil aber sehr unrealistisch und fordernd, bitten schon in der ersten Kontaktaufnahme um eine Bewertung mit "5 Sternen" oder andere Frechheiten. Noch dazu ist vieles davon schlecht recherchierte Massenpost, die bereits mit der Grußzeile, spätestens aber dem Blognamen massive Fehler hervor bringt. Copy and Paste ist nicht so schwer!
Dazu kann ich persönlich nur wenig erzählen, aber ich versuchs mal:
Vor einiger Zeit habe ich ein ominöses Paket bekommen, in dem Folgendes enthalten war: Ein Buch das absolut null komma gar nicht in mein Genre passt, ein Fitness-Riegel, ein Energydrink, ein Notizbuch mit Kugelschreiber, sowie ein paar mit Plüsch überzogene Handschellen. Ich brach erst mal in schallendes Gelächter aus. Dabei lag ein Brief mit der Inhaltszusammenfassung des Buches, dessen Entstehung und der Bitte um eine Rezension. Das war mein letztes Erlebnis dieser Art.
Zuvor bekam ich etliche Mails, teilweise mehrere die Woche, von Verlagen und Selfpublishern die mir epub Versionen ihres neuen Romans anboten und dafür um eine Review auf meinem Blog, auf Amazon und co, sowie der Verlagsseite baten. Man muss dazu sagen, ich bin keine Buchbloggerin! Wer meinen Blog etwas durchklickt, wird feststellen, dass ich nur etwa vier Romane reviewt habe. Dem gegenüber stehen etliches mehr an Videospielen und Serien und das zigfache an Manga.
Wie kommt soetwas also Zustande? Ganz einfach, die Versender solcher Mails suchen sich im Internet alles zusammen, was als Rezensent in Frage kommt und schreiben es an. Mit den Suchbegriffen "Rezension" und und einem Manga-, Spiele, Serientitel oder einem der vier Bücher kann man bereits auf meinen Blog stoßen. Der Rest ist einfach. Bloggen über "journalistische Themen", sprich alles was kein Tagebuch-Blog ist, gilt auch als Journalismus und muss daher ein rechtsgültiges Impressum samt Kontaktdaten führen. Und schwups waren die Mails und das Päckchen da.

An dieser Stelle, falls ihr selbst Blogger oder Youtuber Rezensenten seid, bitte bitte bitte, nehmt nur Anfragen an, die ihr auch bearbeiten könnt. Wenn euch ein Thema nicht interessiert oder nicht in euer Portfolio passt, dann lasst es. Wenn ihr zeitlich komplett überlastet seid, dann lasst es. Und fragt bitte nicht tausende Rezexs an, ohne sie jemals zu besprechen. Denn das nennt man Ausnutzung.

Auch wichtig: Rezensionsexemplare dürfen nicht verkauft werden! Wenn ihr ein Rezexs nicht mehr wollt, weil es euch nicht gefallen hat oder ihr Platz im Regal braucht, dann müsst ihr dieses verschenken, gegebenenfalls gegen Versandkosten. Für den Artikel selbst dürft ihr jedoch kein Geld verlangen. (Die meisten Rezexs sind übrigens gekennzeichnet, auf dem Cover als Leseexemplar beispielsweise oder aber sie haben einen Stempel.)



Wie schreibt man eine Rezension?

Gehört nur am Rande zum eigentlichen Thema, ist aber auch sehr interessant. Zwar ist man grundsätzlich - egal ob mit Rezexs oder selbstgekauftem Produkt - erst einmal zu nichts verpflichtet und kann schreiben, wonach einem der Sinn steht, doch ein paar Leitfäden für eine gute/gut zu lesende Rezension gibt es natürlich trotzdem. Ob ihr euch an diese haltet, bleibt dann völlig euch überlassen.

Die Inhaltszusammenfassung (wenn Buch/Comic/Spiel/Film) sollte im besten Fall selbst geschrieben sein, nicht vom Klappentext oder der Herstellerseite kopiert. Das hat zwei Gründe. Erstens zeugt es von Kreativität und macht die Rezension angenehmer zu lesen, da sie dann besser in den restlichen Schreibstil passt. Zweitens kann der Leser die "offizielle" Zusammenfassung überall finden und da diese meist nicht sonderlich viel hergeben, sind sie auch nicht wirklich hilfreich.
Außerdem sollte die Inhaltszusammenfassung sowie eigentlich auch die gesamte Rezension spoilerfrei sein. Das bedeutet sie sollte keine essenziellen Handlungsstränge, Wendungen oder Spannungspunkte vorweg nehmen. Der Grund dafür dürfte klar sein.
Wenn ihr Rezensionsmaterial verwendet habt, muss das irgendwo im Text oder Video gekennzeichnet werden. Sei es nun durch einen Hinweis auf Werbung oder die Erklärung, dass ihr den Artikel eben gestellt bekommen habt.
Wie bereits erwähnt sollte die Besprechung eure eigene freie Meinung wiederspiegeln und nicht etwa absichtlich übermäßig lobend oder kritisch sein, aus welchem Grund auch immer. Der Hauptcharakter ist unsympathisch und nervt? Ist ok, rein damit. Der Schreibstil ist ein absoluter Traum und super angenehm zu lesen? Rein damit. Wichtig ist, dass ihr diese Meinung auch begründet, um dem Leser näher zu bringen, warum ihr so empfindet.
Eine Rezension kann gerne etwas Subjektives sein, bedeutet, sie darf das Produkt voll und ganz aus eurer eigenen Sicht darstellen und es den Leser quasi durch eure Augen sehen lassen.
Natürlich kann sie genauso rational und objektiv sein und einfach nur Fakten darlegen. Das ist etwas, das viele News-Seiten gerne bei Reviews und Previews anwenden, um unparteiisch zu bleiben. Im Endeffekt kommt es auf eure persönliche Präferenz an. Ich zum Beispiel schreibe lieber etwas emotionaler und gehe dabei auf meine Erlebnisse und Empfindungen mit dem Produkt ein. Findet am besten einfach durch Herumprobieren heraus, was davon euch mehr liegt.
Auf besondere Merkmale des Produkts/der Geschichte könnt ihr gesondert und detaillierter eingehen. Mir sind greifbare und charakterlich eigene Figuren sowie ein ausgereiftes und gut durchdachtes Storytelling beispielsweise sehr wichtig. Wenn eine Geschichte das aufweist, gehe ich in der Regel mit einem Extrapunkt darauf ein und erkläre, warum es in diesem Fall so herausragend für mich ist. Gleiches gilt natürlich für verwirrende oder negative Aspekte.
Viele Blogger vergeben Punkte, Sternchen, Herzen, Torten, Äpfel und weiß der Geier was, um das Produkt ähnlich einer Shop-Bewertung einzustufen. Das könnt ihr natürlich machen, fühlt euch aber nicht dazu gezwungen, nur weil ihr das auf vielen anderen Blogs gesehen habt. Ich habe das persönlich noch nie gemacht, weil es mir zum Einen recht schwer fällt und ich es zum Anderen unnötig finde, da es eigentlich kaum etwas aussagt.
Wenn ich etwas wichtiges vergessen habe, schreibt es mir gerne in die Kommentare und ich werde es nachtragen!



Meine Erfahrung, mein Umgang

Das hier Beschriebene basiert natürlich auf meinen persönlichen Erfahrungen und Geschichten aus meinem Dunstkreis. Was ich hier schreibe ist weder das Maß aller Dinge, noch die einzig mögliche Art mit dem Thema umzugehen. Es gibt sicherlich auch andere Fälle. Was dabei vielleicht auch interessant ist: Wie gehe ich persönlich mit Rezensionsexemplaren um und was halte ich von dem Ganzen?

Fangen wir einfach an.
Was für Rezensionsexemplare stehen in meinem Regal? 
Das erste Rezexs das ich erhalten habe, war ein Leseexemplar von Nacht ohne Namen, einem Low-Fantasy Roman von Jenny-Mai Nuyen. Das habe ich auch gar nicht angefragt. Im Gegenteil habe ich es gewonnen und zwar über eine Blogger-Mitmach-Aktion (grausamer alter Text von mir), die das Buch anhand einer Leseprobe und Besprechungen der Autorin bewerben sollte. Als eine von drei Bloggern/innen habe ich dabei dieses Leseexemplar gewonnen, sowie einen Eintritt zur Leipziger Buchmesse samt Meet&Greet mit der Autorin, den ich aus gesundheitlichen Gründen leider nicht antreten konnte. Und es ärgert mich noch heute so unheimlich!
Danach habe ich begonnen Manga Rezensionsexemplare anzufragen, von denen mittlerweile ein paar in meinem Regal stehen. Die meisten von Kazé - dankender Weise! Der Pressemensch bei Kazé ist unheimlich lieb und sehr zuvorkommend auf meine Anfrage eingegangen - anders als viele andere - was mich noch immer begeistert. Auch von Panini besitze ich ein paar, nämlich den Anfang von Fullmetal Alchemist. Nach Absprache sollte mir der Rest nachträglich noch zugesendet werden, da auf die folgenden Mails aber bis heute nicht geantwortet wird - danke -, denke ich mal, meine erste Rezension hat den Damen und Herren bei Panini nicht gefallen.
Außerdem habe ich von Nintendo zwei Spiele gestellt bekommen, was mich auch unheimlich gefreut hat, allein schon weil die Dinger so teuer sind. (Danke Timo!)

was ihr über Rezensionsexemplare wissen müsst (Nacht ohne Namen - Jenny-Mai Nuyen)
Wie habe ich sie bekommen?
Weiter oben habe ich es bereits angesprochen, einfach mal anfragen. Ich habe mir tatsächlich einfach auf den Webseiten der Verlage/Hersteller die Kontaktdaten der Presseabteilung herausgesucht und habe an diese jeweils eine freundliche Mail geschrieben, ob sie denn bereit wären, Rezensionsexemplare zur Verfügung zu stellen. Nach dem ersten und zweiten Versuch wusste ich dann allmählich, was die Pressemitarbeiter alles wissen möchten und habe die entsprechenden Information zum Bestehen meines Blogs, der Besucherrate, der Häufigkeit und Regelmäßigkeit von Beiträgen und meine Themensparte sowie Links zu Beispielrezensionen bereits mitgeliefert. Teilweise wenn ich bereits ganz genau wusste, was ich denn rezensieren möchte, habe ich auch das direkt mit angegeben.
Kleiner Tipp am Rande: Aus Höflichkeitsgründen schreibt man natürlich Mails in der Sie-Form. Wundert euch nicht, viele PRler neigen dazu, bereits in der ersten Antwort per Du zu gehen und auch nur mit Vornamen zu signieren. Ich halte es in der Regel so, die erste Mail förmlich zu schreiben und je nach Reaktionsstil des/r PRler/in meine Antworten zu gestalten. 

Was ist die Schwierigkeit daran?
Die Reichweite. Viele, sehr viele legen Wert auf eine hohe Reichweite. Von Carlsen beispielsweise habe ich ohne große Umschweife sofort eine Absage erhalten mit der Begründung, sie nähmen nur Rezensenten an, die mindestens 500 Follower auf Facebook vorweißen können. Liebe PR-Abteilung bei Carlsen, Facebook ist nicht mehr up to date. Keiner nutzt Facebook zum Vernetzen (zumindest keiner in meinem Dunstkreis). Twitter und Instagram sind für Blogger und Influencer deutlich geeigneter und auch erträglicher was Followerzahlen angeht. Willkommen in 2018. Danke.
Außerdem die Verfügbarkeit. Aufgrund einer enormen Menge an Anfragen, können die Verlage nicht allen Bitten nachkommen, denn so viele Rezensionsexemplare gibt es gar nicht. Das ist mitunter ein Grund für die Beschränkung auf eine Mindestanzahl an Followern/Reichweite. (Verständlich. Aber bitte nicht Facebook.) Hier wieder ein Beispiel aus meinen Anfragen: Die Dame die meine Mail bei Tokyopop beantwortete, war durchaus gewillt, mir trotz meiner geringen Reichweite Exemplare zukommen zu lassen. Jedoch hatte sie genau die, die mich interessierten natürlich nicht mehr auf Lager. Blöd gelaufen. Trotzdem danke für die Zeit, die sie investiert haben!

Was ich persönlich von Rezensionsexemplaren halte.
Grundsätzlich finde ich, das ist eine super Sache. Besonders wenn man finanziell nicht in der Lage ist, mehrere Titel im Monat oder gar in der Woche zu rezensieren - bitte nicht denken, dass ihr euren gesamten Blog/Channel nur über Rezexs laufen lassen könnt, die sollen lediglich eine Erleichterung sein! Das Ganze hat aber auch seine Tücken. Abgesehen von dreisten Forderungs-Anfragen seitens der Verlage und Autoren und ungewollten Zusendungen, kann es auch für uns Rezensenten schwierig sein.
Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich aktuell vier unrezensierte Rezexs Zuhause habe, seit mittlerweile gut einem Jahr. Darunter zwei Manga und ein Anime von Kazé, sowie eines der beiden Nintendo Spiele. Das tut mir unheimlich leid und ich werde die Besprechungen selbstredend nachholen! Irgendwann. Und damit sind wir am Punkt. Ich habe mir eine Zeit lang zum Ziel gesetzt, sämtliche Manga-Neuerscheinungen zu reviewen. Alle die nicht gerade komplett gegen meinen Geschmack gingen. Das führte innerhalb kürzester Zeit dazu, dass ich in Arbeit ertrank und einfach nichts mehr auf die Reihe bekam. Außerdem verlor ich dabei sogar die Freude am Manga lesen. Unter dieser Zeit mussten ein paar Rezexs leiden, die ich länger liegen hatte als gewollt, hauptsächlich aber selbstgekaufte Titel.
Man neigt dazu, sich zu übernehmen. Denn lesen/spielen/ect ist ja Spaß, das macht man ja gerne und der Text dazu ist gleich geschrieben. Ha, ja denkter. So ein nicht-storybasiertes Spiel braucht schon ein paar viele Spielstunden, um es ordentlich bewerten zu können. Fünf Manga hintereinander weglesen und dann die Texte schreiben? Vergesst es. Man kann sich nicht mehr auf einen Titel konzentrieren, mischt die Inhalte und vorallem die Eindrücke und verliert sich. Am Ende kommt man zu dem Entschluss, dass es besser ist, einen Titel zu lesen, zu rezensieren und dann den nächsten zu lesen, rezensieren, den nächsten lesen, rezensieren, lesen, rezensieren, lesen... Merkt ihr was? Auf einmal macht bloggen gar nicht mehr so viel Spaß. Also back to the roods. Eine Review die Woche muss reichen, vielleicht auch nur alle zwei Wochen oder einmal im Monat? Man hat ja eh kaum Reichweite und es ist eigentlich auch ein Hobby das Freude bereiten soll.

Caro - timeandtea.de
Aurelia - Geekgeflüster.de
Anmerkung: In diesem Beitrag sind Artikel von Caro von timeandtea.de sowie Aurelia von Geekgeflüster.de verlinkt, da ich ihre Texte einfach sehr gut und wichtig finde und sie außerdem hervorragend ins Thema passen. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für deinen Kommentar und dein Interesse an meinem Beirtrag \*^*/

Mit dem Absenden deines Kommentars bestätigst du, dass du meine Datenschutzerklärung sowie die Datenschutzerklärung von Google gelesen hast und akzeptierst.