Die Killer-Klasse:
Wo man töten lernt

Review zum Manga Assassination Classroom


Du kennst das sicher gut: Da kommt so ein Überwesen angetrabt und kündigt an die Welt zu zerstören oder die Menschheit auszulöschen und man sagt dir, dass nur du dieses Wesen aufhalten kannst. Es ist quasi deine Bestimmung. Oder einfach nur ein gut bezahlter Auftrag. Na dann muss man halt mal ran. Ist ja ganz normal.

So normal finden das die Schüler der 9E der Kunugigaoka Mittelschule erst einmal aber nicht, als ein Mitarbeiter Regierung ihnen Koro-Sensei als neuen Lehrer vorstellt. Denn Koro-Sensei ist ein „Monster“ dessen Körper aus Tentakeln besteht, dessen Kopf einem großen Ball gleicht, der die Farbe je nach Stimmung ändert und das sich in unmenschlicher Geschwindigkeit bewegen kann. Außerdem hat dieser neue Lehrer den Mond zerstört und angekündigt selbiges in einem Jahr auch mit der Erde zu tun.
Warum das Ganze, das weiß niemand. Weder warum er die Erde zerstören will, noch warum er so wehhemmend darauf besteht, die 9E zu unterrichten. Was jedoch sicher ist, ist dass seine ihm anvertraute Klasse unter strengster Geheimhaltung den Auftrag bekam ihn zu töten. Kopfgeld: 10 Milliarden Yen.
Erstaunlicher Weise ist Koro-Sensei den Jugendlichen aber sehr wohlgesonnen. Er erweist sich als ausgezeichneter Lehrer, der sich unglaublich viel Mühe gibt, seine Schüler weiterzubringen und auf jeden im Speziellen eingeht. Dem nicht genug, trainiert er mit ihnen sogar, wie sie ihn am besten töten könnten und bringt ihnen Tricks und Techniken bei. Eine ungewöhnliche Konstellation.

Review zum Manga Assassination Classroom


Band eins uns zwei von Assassination Classroom hatte ich bereits eine ganze Weile Zuhause herumliegen. Der Manga sowie Anime hat mich schon immer sehr interessiert. Und die Idee der Geschichte gefällt mir tatsächlich ziemlich gut. Doch jetzt kommt das große „aber“ beziehungsweise gleich mehrere davon.
Denn in den ersten beiden Bänden erscheint mir der Handlungsstrang noch eher wirr und halbscharig durchdacht. Es gibt kein klar erkennbares Konzept und obwohl der Auftrag klar definiert ist, scheint die Handlung nicht wirklich zu etwas zu führen.
Auch die Charaktere scheinen mir bisher nur dürftig durchdacht. Abgesehen von Koro-Sensei selbst, dem rebellischen Draufgänger Karma und der Profikillerin Irina haben die Figuren wenig bis kaum eigenen Charakter. Gerade bei dieser Geschichte, die auf einen starken Gruppen- beziehungsweise Klassenzusammenhalt setzt, erfährt man erstaunlich wenig über die 9E. Die Schüler im Einzelnen werden weder vorgestellt, noch wirken sie irgendwie wichtig. Sie sind abgesehen von zweien absolut belanglos. Und von der Klasse als Ganzes bekommt man kein Bild vor Augen. Sie ist eine platte und lieblose, graue Masse.

Dafür ist das „Monster“ ein absolutes Unikat, das Spaß macht. Es versucht durch klischeebehaftete Komik zu bestechen und das interessante daran ist, dass es funktioniert. Nagisa, einer der eher charakterloseren aber dafür sehr im Mittelpunkt stehenden Schüler, schreibt eine Liste aller Schwächen und Macken seines Lehrers. Diese Liste entpuppt sich für mich als Leser als eine Sammlung aller Eigenschaften, die Koro-Sensei liebenswert machen. Denn obwohl er die Erde zerstören will, ist er mir neben Karma die sympathischste Figur dieses Manga.

Aus meiner Sicht definiert sich Assassination Classroom über seinen Antagonisten – der vielleicht sogar eher der Protagonist ist. Ohne Koro-Sensei würde diese Geschichte nicht funktionieren und das nicht nur, weil er im Handlungsmittelpunkt steht. Die Handlung lebt von dieser Figur.
Mein Eindruck ist nun zwar nicht schlecht, doch die Geschichte und die Charaktere geben mir nicht genug. Die Geschichte hooked mich nicht und allein der Antagonist kann das leider nicht rausreißen. Dementsprechend werde ich wohl nicht weiterlesen. Review/Rezension zum Manga Assassination Classroom

Kommentare:

  1. Hab gerade mehr zufällig deine Rezension entdeckt und gelesen, weil ich den Anime gesehen habe. Mir persönlich gefiel die Geschichte super gut und im Laufe der Story wurde diese graue Masse auch aufgelöst, da man doch die Vielfalt an Charakterzügen bemerkte. Dennoch finde ich deine einung gut begründet, danke dafür.

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    1. Ist doch super, wenn du den Anime gut findest. Er ist ja nicht umsonst beliebt. Ich tu mir persönlich nur schwer, eine Serie oder einen Manga fortzusetzen bis er gut wird, wenn er mich am Anfang null packt oder sogar langweilt/nervt :/

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